Wieso Übernahme statt Gründung, Heike?

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Hey liebe Business Mama,

willkommen im MAMA BUSINESS® Podcast Interview. Heute mit meiner geschätzten Kollegin, die ich mit Freude nicht als Konkurrentin bezeichnen möchte- der lieben Heike Kotthoff von mompreneurs.
Zum 01.01.2021 hat Heike die jahrelang gewachsene Mama-Community von Esther übernommen, nachdem sie zuvor für nicht ganz unbekannten Größen wie Kathrin Hill gearbeitet hatte.
Wie es zur Übernahme kam und warum dieser Weg vielleicht sogar spannender als eine Neugründung sein kann, das erzählt sie uns jetzt.

Du willst das Interview lieber ansehen? Gerne:

3 Fakten über Heike

Ich bin Heike und ich wohne in einem kleinen Dorf im Münsterland.

  • ich habe zwei Kinder
  • besitze mehr Tiere als Kinder (ich liebe unsere Haustiere, Hund, Katze, 2 Meerschweinchen, Pferd)
  • ich habe International Business & Management studiert, und zwar teilweise in Südkorea. Ich habe da ein halbes Jahr gelebt und studiert. Und es hat mich auch jetzt zurückblickend total geprägt. So eine komplett andere Kultur kennenzulernen

Was genau steckt hinter mompreneurs?

Die Mompreneurs  Community ist ja erstmal für alle offen, die Mutter und selbstständig sind oder die Mutter sind und sich selbstständig machen möchten. Und das Kernstück ist tatsächlich auch die Facebook Community. Also dieser Ort, wo man eben ein Teil von werden kann, um sich mit anderen auszutauschen und Fragen zu stellen.
Das, was für mich auch am meisten Priorität hat. Und drumherum habe ich verschiedene Angebote noch ausgearbeitet.

Was war die größte Hürde bei der Übernahme?

1. dieser ganze Bürokratie-Papierkram – also dass man irgendwie alles vernünftig regel. Und zwar für beide Parteien.
Dass man mit einem Anwalt zusammenarbeitet und sich Verträge durchliest, überlegt, wie man es gut formulieren kann –  für beide Seiten.
Dass man an alles denkt. Und das ist eigentlich gar nicht meins!
Aber trotzdem ist es eben gerade im Business Bereich wichtig, bestimmte Dinge zu regeln. Aber letzten Endes sowie bei den meisten Dingen, wenn es dann erledigt ist, macht man einen Haken dran und freut sich.

2. die Übernahme betraf ja nicht nur Dinge, die man von außen sehen konnte, sondern auch unheimlich viele Prozesse, die noch bei Esther lagen. Sich da dann rein zu arbeiten und sich auch diese Fragen zu stellen:

“Was davon möchte ich jetzt übernehmen, was nicht und was möchte ich vielleicht nochmal nutzen?”

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Also ganz simples Beispiel: eine riesen Dropbox. Da siehst du auf einmal nur einen riesen Berg. Bist überfordert und fragst dich “Ja, was davon brauch ich jetzt? Ich weiß es nicht.”

Und so habe ich es dann auch gemacht. Ich habe tatsächlich erst einmal alles übernommen und habe dann auch die ersten Monate wirklich alles so weitergeführt, wie sie das bisher gemacht hat. Habe aber im Hintergrund erstmal mich selber sortiert, die ganzen Sachen sortiert und dann überlegt “Wie möchte ich denn jetzt eigentlich weiter gestalten?”

Und das war im Nachhinein glaube ich auch eine gute Entscheidung. Es erstmal so zu lassen, weil natürlich die Community auch mit einem gehen musste. Auf einmal war ein komplett neues Gesicht da, was auch ganz anders ist als das, was vorher da war. Keiner möchte eine Community überfordern, indem man da so ein Rundumschlag macht und alles von jetzt auf gleich neu ist.
Das würde ich auch wirklich jeder Frau empfehlen, die irgendwie eine Übernahme plant. Lieber Schritt für Schritt und sanft statt mit der Keule.

Wie würdest du eine Übernahme im Vergleich zur Neugründung einschätzen?

Auf jeden Fall! In dem Moment, in dem man noch nicht selbstständig ist, denkt man ja, das wäre alles total viel und rückblickend denke ich aber, es ist ja eigentlich total easy. Es fordert einfach nur diesen Mut. 

Und der Übernahme Prozess beinhaltet eben schon ganz, ganz viele Dinge mehr. Und man muss an so Vieles denken und manche Sachen sind auch immer noch  nicht komplett abgeschlossen. 

Wobei ich da nochmal einmal kurz einhaken möchte, was noch wichtig ist, wenn jetzt wirklich jemand überlegt, sowas zu tun, ist: 

  • sich vorher genau zu überlegen: was darf man denn eigentlich übernehmen? 

Weil gerade, wenn wir von Einzelunternehmer zu Einzelunternehmer etwas übergeben dürfen, zum Beispiel E-Mail-Adressen, geht das gar nicht. 

Und das sind z.B. Faktoren, auf die ich immer schauen würde.

Stelle dir also die Frage: Worauf baut denn das jetzige Business auf und worauf möchte ich es aufbauen? 

“Ich habe bei Mompreneurs mit den E-Mail-Adressen wieder bei Null angefangen!”

Für mich war es damals ok und ich habe mir gesagt: “hey komm das ist etwas, was ich wirklich von vorne bis hinten direkt so machen kann, wie ich das machen möchte. Mein System, meine Ideen und so.”
Und darum hab ich dann nachher gesagt, das ist okay für mich. Na aber trotzdem ist es immer wichtig an diese Dinge zu denken, weil man darf nicht einfach etwas übernehmen und dann kann man es genauso weiter nutzen wie die Person vorher. Das geht halt nicht.

Was sind in deinen Augen die Vorteile, ein bestehendes Unternehmen zu übernehmen?

Also die Vorteile der Übernahme sind definitiv das, was schon aufgebaut wurde: Die Community. 

Aber auch gerade jetzt in meinem Fall, dass z.B. schon an eine Marke da ist, die schon aufgebaut wurde. Die habe ich zwar vom Aussehen nochmal ein bisschen verändert, aber die Marke an sich ist schon bekannt. Ich würde auch sagen, dass bestimmte Prozesse und Strukturen im Hintergrund schon da sind und auch ein Team, das ich mit übernommen habe.
Ich konnte im Prinzip alles so übernehmen wie es war und dann nach und nach eben mein eigenes Ding draus machen.

Und im Gegenzug die Nachteile?

Also Nachteile sind auf jeden Fall, dass man da so reinstolpert und manchmal der Fehler passiert, dass man dann in diesem Business arbeitet und alles so macht wie bisher, obwohl man eigentlich genau zu der Zeit besser am Business arbeiten sollte und sich eben diese ganzen Fragen mal stellen sollte:
Wie möchte ich es dann machen? Das man diese Zeit zu überlegen einfach nicht hat. Man kann ja nicht sagen “jetzt passiert irgendwie 4 Monate gar nichts, weil ich muss jetzt erst mal überlegen”. 

“Und es ist eben auch die große Gefahr, dass du als neues Gesicht einfach nicht gut ankommst.“

Und das ist ja auch berechtigt. Also gerade, wenn man sich von der Persönlichkeit sehr unterscheidet. Das kann immer eine Chance sein. Aber es kann eben auch sein, dass Leute sagen “Oh mein Gott, das ist ja gar nicht meins, ich bin weg.”

Was mir da geholfen hat, war von Anfang an die Ansprüche gering zu halten. Ich habe von Anfang an gesagt: 

“…es für mich vollkommen okay, wenn die Hälfte der Leute aus der Community rausgeht. Wenn dann die richtigen Leute bleiben.” Die, die auch meinen Werten entsprechen und die, die auch wirklich was bewegen wollen in der Welt. Wenn die da bleiben, bin ich total happy. 

Und das ist glaube ich etwas, was gut helfen kann. Einfach nicht davon auszugehen, “ich muss jetzt diese 12 000 Menschen von mir überzeugen”, sondern im Gegenteil. Es finden eh immer die richtigen Menschen zusammen und die, die dann vielleicht bei mir nicht mehr richtig sind, die sind dann vielleicht woanders, vielleicht bei dir oder bei wem auch immer genau richtig aufgehoben. 

Und das ist ja das Schöne, dass wir uns in der heutigen Marketing- oder Markenwelt auch ebenso zeigen, wie wir wirklich sind, damit wir eben den Menschen dann wirklich die Chance bieten können zu entscheiden, wen finde ich jetzt gut, sympathisch und wen nicht.

Was für ein Gefühl hattest du, als du das 1. Mal als neue Chefin am Schreibtisch saßt und dir einen Überblick verschafft hast?

Total komisch, weil ich am Anfang gar nicht unbedingt direkt mit der Community Kontakt hatte, sondern eher mit anderen Menschen, die mich auf einmal angeschrieben haben. 

“Ich habe gelesen, du übernimmst Mompreneurs, das ist ja krass.”
Und da ist mir selber erst mal bewusst geworden, was ich da eigentlich grade für einen Schritt gemacht habe. Also das war mir wirklich in dem Moment nicht so bewusst. Und als dann der Austausch zwischen anderen im Online- Business entstanden ist, habe ich erstmal gemerkt, dass ich diesen Schritt wirklich gegangen bin und es durchgezogen habe. Und ja, dann musste ich mich da tatsächlich erstmal reinfinden. 

Und das ist auch heute immer noch total komisch für mich, das laut auszusprechen. “Ich bin Heike von Mompreneurs, weil es einfach irgendwie immer noch so groß ist für mich.”

Ich glaube, das ist aber ganz normal.
Dieser Prozess, da dann irgendwie mehr zu verschmelzen. Und von daher kann ich das Gefühl gar nicht so unbedingt in ein Wort fassen. Aber ich würde schon sagen, mir war einfach absolut nicht klar, was ich da gerade gemacht habe.

Wie war die Reaktion der Community?

Also laut gepostet hat in der Community keiner. Aber ich muss dazu sagen, dass ich mich auch erst vor circa 5 bis 6 Wochen das erste Mal in der Community mit einem sehr persönlichen Video mit meiner persönlichen Vision gezeigt habe. Also davor habe ich mich wirklich so ein bisschen versteckt und wollte erstmal ankommen. Als ich dann dieses Video gepostet habe, haben ganz viele Leute mir geschrieben, dass sie es gut finden und dass sie es toll finden und das sie sich freuen. Auch das ich eben jetzt neue Aspekte mit reinbringe in die Community.
Ich würde sagen, negativ hat sich mir gegenüber niemand geäußert. Aber das weiß ich natürlich auch nicht.

Was ist dein wichtiges Projekt bzw. Ziel in den kommenden zwei Jahren?

Also für mich ist die Mompreneurs-Akademie auf jeden Fall im Fokus. Die möchte ich so strukturieren, dass sie wirklich jeder Frau helfen kann, die sich selbstständig machen möchte oder jeder Mutter.
Von praktischen Fragen hin zu strategischen Fragen.
Aber auch immer wieder daran zu erinnern, dass wir Mütter sind und dass wir nicht nur ein Business haben, sondern auch die Familie und dass alles in Balance sein darf.
Dass man sich eben immer wieder die Frage stellen darf:  Passt das jetzt so für mich und für meine Familie oder nicht?

Denn ich sehe ganz, ganz viele erfolgreiche Businessmamas, die keine Zeit für die Familie haben. Und das finde ich total schade. Und darum sehe ich da auch so ein bisschen meine Aufgabe, da immer wieder dran zu erinnern, dass es eben noch was gibt, was ganz wichtig ist. 

Und ich glaube, das ist das Schöne an der Selbstständigkeit: Dass wir jeden Tag neu wählen können. 


Mehr über Heike und mompreneurs findest du hier.

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