Wieso brauchen wir Klarheit, Isabel Sacher? Podcast-Interview

isabel sacher bei mama business im podcast interview
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Podcast Interview vom 22.07.2020 mit Isabel Sacher aus Zürich

Hey liebe Business-Mama, willkommen zum Mama Business Podcast Interview. Heute mit der tollen Isabel Sacher. Isa hilft mutigen Unternehmerinnen und Selbstständigen, Klarheit zu finden und ihre Vision zu leben. Sie selbst kam erst über einige Umwege zur eigenen Klarheit. Aber das erzählt sie euch einfach selbst. 

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Isabel Sacher: Hallo, liebe Nadine.

Nadine Quosdorf: Schön, dass du dir die Zeit nimmst, vielen Dank dafür. Ich habe dich im Intro so ein kleines bisschen schon angeteasert, aber noch nicht wirklich vorgestellt. Also wäre ganz schön, so ein bisschen mehr zu erfahren, wer denn hinter der Isa steckt.

Isabel Sacher: Sehr, sehr gern. Also ja, ich bin Isabel Sacher. Ich bin Business Coach für kreative Selbstständige und helfe Frauen- aber natürlich auch Männern- dabei, ihre Klarheit zu finden für ihr eigenes Business und ultimativ damit ihre eigene Vision zu leben. Weil ich eben glaube, dass jeder seine Antworten selbst hat und dass jeder an eine gewisse Weisheit in sich trägt. Und es braucht einfach so ein bisschen einen Anschubs, um diese Antworten selbst zu finden.

Und ja, das ist eigentlich meine Arbeit. Ich mache es mit Eins-zu-eins-Coachings, -Kursen und -Workshops und Gruppencoachings und unseren wundervollen „Retreats“ zweimal im Jahr, die wir machen an den schönsten Orten der Welt. Ja, das bin ich so im Kurzdurchlauf. Möchtest du noch mehr über mich wissen?

Nadine Quosdorf: Du lebst ja in der Schweiz. Du lebst nicht hier in Deutschland. Wie lange bist jetzt selbstständig? Wie lange machst du das als dein Hauptberuf?

Isabel Sacher: Also selbstständig bin ich seit etwas mehr als fünf Jahren oder seit sechs Jahren etwa. Und in der Schweiz bin ich aber schon seit 12 Jahren, glaube ich, so ungefähr. Und ich muss vielleicht ganz am Anfang angefangen, die Geschichte kurz zu erzählen, wie es dazu kam.

Nadine Quosdorf: Ja, die ist auch ganz witzig, deswegen hätte ich jetzt auch gefragt. Hatte ich nämlich auch gelesen und fand ich ganz mutig. Und ich find Mut immer super.

Isabel Sacher: Spannend, spannend. Also, ich habe ursprünglich in Deutschland Hotel und Eventmanagement studiert und war nach diesem Studium eine ganze Weile im Ausland, in London und in Spanien. Und zuletzt habe ich wieder in Dresden gearbeitet, in einem Hotel als Eventmanagerin. Und dann konnte ich von dort intern wechseln nach Luzern in das Hotel von dieser Kette und hab dort auch noch zwei Jahre lang als Eventmanagerin gearbeitet, was ja ein super cooler Job ist, aber eben auch so seine, ich möchte mal sagen, Nachteile hat. Und dann habe so in so einer Mittagspausen-Stimmung-/Laune mich bei Ikea beworben und bin da eben blöderweise auch genommen worden und bin ja so Hals über Kopf eben zu Ikea gewechselt und habe da eine eigene Abteilung aufgebaut. Wir haben einen neuen Store miteröffnet und das war eine super coole Zeit für mich als kompletter Quereinsteiger in dieser Branche. Und da ist eben auch so meine Liebe zu Interior Design entstanden oder ist da aufgelebt. Und ja, nachdem dieser Job quasi getan war, das alles aufgebaut worden, das alles lief und wir waren super effizient und mich hat es eigentlich in dieser Abteilung gar nicht mehr gebraucht, war mir auch einfach ziemlich langweilig. Mir hat so ein bisschen die Perspektive gefehlt. Und dann ist mein Mann noch sehr krank geworden. Der hatte schon mehrmals Krebs und zu dem Zeitpunkt eben auch. Und als ich dann halt so bei ihm im Krankenhaus saß und er seine Chemo bekommen hat und wir so über das Leben philosophiert haben, was wir eigentlich wollen und was das alles noch bringen soll, da ist mir was ganz Wichtiges klar geworden, nämlich dass wir vielleicht nicht für immer Zeit haben und dass das Leben einfach sehr, sehr kostbar ist und sehr, sehr kurz sein kann. Und das klingt super kitschig und man hört es immer so von anderen, aber wenn man selber mal in dieser Situation oder dabei war, mit einem lieben Menschen, dann kann man das definitiv nachvollziehen, dass man sich diese Gedanken macht. Und mir ist so klar geworden, dass ich das, was ich jetzt mache, eben nicht als den Inhalt meines Lebens sehen möchte, sondern ich möchte eben wissen, was noch hinter all diesen anderen Türen ist, die es da draußen gibt und was noch möglich ist. Also ja, ich war sowieso eben so ein bisschen perspektivlos und hatte auch schon so Panikattacken und musste einfach aus dieser Perspektivlosigkeit und bin dann tatsächlich am nächsten Tag einfach ins Büro gelaufen und habe zu meinem Chef gesagt:„Mein lieber Chef, ich kündige. Ich weiß zwar noch nicht, was ich mit dem Rest meines Lebens machen soll, aber hier kann ich nicht bleiben, weil hier werde ich die Erfüllung wahrscheinlich nicht finden.” Und in dieser Zeit, also ich hatte vorher schon angefangen so zu fotografieren, Freunde und hatte auch schon ein paar Hochzeiten fotografiert… Und dann, in dieser Zeit, also in diesem Jahr, als ich das entschieden habe, hat sich das eigentlich erst alles gedreht und erst dann kamen eigentlich die vielen Anfragen für Hochzeiten und ehe ich mich versah, hatte ich 16 Hochzeiten in diesem ersten Jahr als Fotografin. Und ich erinnere mich ziemlich gut an diesen Moment, als ich so dachte: „Okay, dann bin ich jetzt wohl Hochzeitsfotografin.“, ohne dass ich es so ganz bewusst geplant hätte. Das war wirklich so mein „escape plan“, aus dieser Situation heraus. Und ich war ja bei Ikea Teamleiterin und hatte da eine Personalverantwortung und habe auch Lehrlinge betreut. Und das war einfach der coolste Teil meiner Arbeit. Und das hat mir dann in meiner Selbstständigkeit ziemlich schnell gefehlt, so diese Arbeit mit Menschen und Personalentwicklung und habe dann relativ schnell angefangen so die ersten Workshops zu geben und die ersten Mentorings. Dann kamen natürlich auch Leute und haben gefragt: „Hey, Isa, wie hast du das jetzt gemacht, dass du so schnell selbstständig warst und dass de jetzt direkt davon leben kannst?“ Und dann, ja, hat sich das eigentlich so auf ganz natürliche Art und Weise entwickelt. Zuerst zum Mentoring und dann eben zum Coaching, weil ich auch in meiner Arbeit als Teamleiterin schon immer einen wichtigen und großen Coaching-Anspruch hatte. Und dann, ja hat es aber trotzdem nochmal fast 100 Hochzeiten gedauert bis ich tatsächlich den Mut hatte oder bzw. die Courage hatte, wirklich zu sagen: „Okay, ich setze alles jetzt auf diese Vision.“ Weil die Vision, die geht eben nicht weg. Und die ist einfach für mich, andere zu ermutigen, anderen auf ihrem Weg zu helfen, sodass jeder sein Eigenes finden kann und das glaube ich wirklich aus tiefstem Herzen. Und ich glaube eben einfach, dass diese Welt ein besserer Ort wäre, wenn wir alle unsere Potenziale und Fähigkeiten nutzen würden und auf diese innere Stimme hören, die uns sagt: „Hey, da draußen, da gibt es noch mehr!“

Nadine Quosdorf: Ja, total. Aber da muss man erst mal hinkommen und bei Vielen ist es ja tatsächlich wahrscheinlich ähnlich wie bei dir. Es muss erst irgendwas Negatives passieren, damit man den Mut hat, auszubrechen. Also ich beobachte das auch.

Ich war zwar nicht bei Ikea, ich war bei Depot, was auch nicht so viel anders ist, und solange der Job, ich sage mal, gut ist, und einem auch Spaß macht, überlegt man natürlich dreimal, ob man das aufgibt. Weil “sichere deutsche Denke – ich traue mich mich nicht- und Kosten und Versicherungen… und haste nicht gesehen.“

Isabel Sacher: Hm.

Nadine Quosdorf: Da muss irgendwas Größeres passieren. Bei mir war es das Kind und einfach dieses Vereinbarkeitsthema, dass man diesen Mut überhaupt aufbringen kann.

Und ich finde auch schön, dass du immer wieder dieses Wort: Klarheit nutzt. Die Folge stellen wir ja unter diesen Titel. Und genau das ist eigentlich auch dieser Punkt. Da muss ich hinkommen, zu merken: „Oh, da geht schon noch was.“ Und wie du sagst, man hört nicht auf den Bauch im Alltag. Da ist die Vernunft, da ist das Hamsterrad, da ist das Schema F. “Es war halt schon immer so. Es funktioniert ja irgendwie.”
Aber das macht tatsächlich oft nicht final glücklich. Also ich kann es total nachvollziehen. Deswegen fand ich dich auch einfach spannend als Gast, weil ich kann noch so gut strukturiert sein und ich stehe sicherlich eher mit MAMA BUSINESS ein bisschen mehr auf dieser Anfangsseite der Selbstständigkeit, die ein bisschen theoretischer ist und viel mit Markus, meinem Anwalt über rechtliche Themen spreche und so weiter. Aber diese andere Seite, diese private Seite, das Bauchgefühl muss einfach auch funktionieren. Und deswegen erstmal dahinzukommen, zu sagen: „Oh ja, das ist meine Mission oder mein Traum oder was auch immer“, ja, dafür bist du einfach schön als Gast. Sehr passend.

Isabel Sacher: Danke dir.

Nadine Quosdorf: Aber was würdest du denn sagen, was ist denn so der Punkt, der dir am meisten Freude an deiner Arbeit macht? Ist es tatsächlich das Miteinander, also wirklich dieses Eins-zu-eins mit Menschen?

Isabel Sacher: Das ist eine sehr, sehr gute Frage. Ich glaube, das, was mich am meisten erfüllt, ist, dass ich einen Job machen darf, der sich überhaupt nicht wie ein Job anfühlt. Das klingt jetzt auch wieder total nach Pinterest-Spruch und so ein bisschen kitschig. Aber genau das ist es. Ich habe, wenn ich mir das so in Erinnerung rufen soll, welche Momente wirklich die wichtigsten waren in meiner aktuellen Arbeit, dann waren das so Momente, jetzt als Beispiel… Wir sitzen zum „retreat“ in Marrakesch, abends auf der Dachterrasse, und es ist eine superschöne Stimmung und wir haben ein Glas Rosé in der Hand und ich bin so erfüllt davon, was für tolle Gespräche wir führen und was für tolle Menschen vor mir sitzen und was die für unglaublich weltbewegende Ideen haben, oder vielleicht auch keine weltbewegenden Ideen, sondern ganz kleine Ideen. Aber die sind genau so wertvoll. Und ich bin so super erfüllt und ich lege mich ins Bett und denke: „Das kann nicht wahr sein, dass das mein Job ist. Ich würde das machen, wenn ich noch Geld dafür bezahlen müsste. Und das darf man jetzt natürlich niemandem sagen, aber…

Nadine Quosdorf: Da solltest du dein heutiges Angebot wohl um 180 Grad drehen:-)

Isabel Sacher: im Prinzip ist es so. Ja, ich würde wirklich Geld dafür bezahlen, dass ich das so machen könnte. Und das ist einfach das allerallergrößte Geschenk. Und das ist das, was es für mich wirklich ausmacht: dieses Gefühl, dass ich das gefunden habe, was, was mich so total erfüllt und was mir meine Brötchen bezahlt und mich total erfüllt und dass das tatsächlich geht. Auch so diese Erkenntnis darüber, wozu man selbst in der Lage ist. Das beeindruckt mich immer wieder. Und das beeindruckt mich eben auch in der Arbeit mit meinen Kunden. Und das haut mich wirklich um. Ich habe heute erst wieder mit einer ehemaligen oder mit einer aktuellen Kundin gesprochen, die sagt, an das „retreat“ zu kommen oder das Eins-zu-eins-Coaching zu buchen, das war für sie einfach der absolute Wendepunkt. Seitdem ist ihr Business einfach durch die Decke und sie hat gekündigt und hat dies und das und ich denke einfach nur: „Also wenn ich da jetzt auch nur so einen Mini-Anteil daran habe, dann bin ich einfach unfassbar stolz und unfassbar glücklich.“

Nadine Quosdorf: Ja, ich habe auch das Gefühl, dass ist ganz oft dieses „Einfach machen“, was du am Anfang auch gesagt hattest. Ich kann mir noch so lange irgendwie einen Kopf machen, was alles schief gehen könnte und da hilft natürlich oft, jemanden zu haben, der einem diesen kleinen Arschtritt eben auch mitgibt, weil das allein zu schaffen oder auch innerhalb der Familie ist viel, viel schwieriger. Da bist du in diesem Hamsterrad es sagt keiner jetzt mit voller Inbrunst: „Oh ja, geh morgen zu deinem Arbeitgeber und kündige doch einfach mal!“

Isabel Sacher: Ja, natürlich nicht.

Nadine Quosdorf: Da ist Sicherheit wichtiger. Da muss man gemeinsam das Haus abbezahlen…

Isabel Sacher: Natürlich und…

Nadine Quosdorf: Das kostet schon Mut.

Isabel Sacher: Ja, weil, ich sag das auch immer, ‘ne? Mit meinen Kunden rede ich ja ganz oft darüber, dass Vielen das ja auch fehlt, dieser Austausch mit anderen. Weil sie wenn sie mit Familie oder Freunden darüber reden, die wollen einen ja nur beschützen. Das sind einem die Liebsten und die wollen auf keinen Fall, dass du enttäuscht wirst oder dass du eine Niederlage einstecken musst oder dass es auch nur ein bisschen schwierig wird für dich. Davor wollen die dich bewahren. Und auch wenn sie das so bewusst niemals sagen könnten, wollen sie dich eben davor beschützen. Deswegen raten sie dir dann eben oft: „Ah, überlege doch nochmal und du hast ja so einen tollen Job. Und willst du das denn wirklich? Und denk mal an dein Kind!“ Und ja, es ist eben nicht besonders hilfreich und es ist gut gemeint, aber eigentlich der falsche Rat.

Nadine Quosdorf: Ja, das ist auch, glaube ich, so ein Mentalitäts-Ding. Da sind wir einfach hier im DACH-Raum, wahrscheinlich noch ein bisschen weiter, nicht so mutig wie…manche Südländer. Die gründen einfach und machen da keinen Firlefanz, oder fliegen über irgendwelche Stolpersteinen auf dem Weg dorthin. Irgendwie geht es. Und wenn nicht, dann geht es auch ohne den Wisch. Man macht es halt mal. Vom Prinzip her finde ich das oft wirklich bewundernswert, weil man sich eben nicht verrückt macht.

Isabel Sacher: Hm.

Nadine Quosdorf: Und das hilft schon ab und zu.
Jetzt hast du dich in der Schweiz selbstständig gemacht, ne? Was waren denn da so deine Anfangs-Stolpersteine, bei denen du sagen würdest: „Ok, da kam ich mal kurz ins Stocken, ob ich das Richtige tue, irgendwie laufe ich gegen eine Wand.“?

Isabel Sacher: Hm.

Nadine Quosdorf: Gab es da überhaupt etwas? Vielleicht lief es ja auch so locker-flockig bei dir.

Isabel Sacher: Also, ja, das wäre jetzt, glaube ich, doch ein bisschen sehr optimistisch zu sagen: „Es lief locker-flockig.“ Ich glaube, so grundsätzlich ist es… In der Schweiz sind die Hürden etwas tiefer als in Deutschland, sich selbstständig zu machen. Deswegen ist mir das jetzt, glaube ich, nicht so schwergefallen. Auf der anderen Seite komme ich natürlich trotzdem mit der deutschen Mentalität und habe die deutschen Ängste und die Deutschen Bedenken so, wenn ich das so sagen darf. Und deswegen konnte ich das am Anfang auch einfach gar nicht glauben, dass es so einfach sein soll. Und so Stolpersteine hatte ich am Anfang eigentlich. Und es ist was, darüber habe ich mir tatsächlich nie Gedanken gemacht. Das ist mir dann erst so im Nachhinein bewusst geworden, dass ich natürlich jetzt hier als Deutsche komme und mich in der Schweiz selbstständig mache und Schweizer Kunden habe. Und ich habe mir da nie Gedanken darüber gemacht, bis dann irgendwann mal ein, ich glaube, das war sogar ein Brautpaar, was zu mir gesagt hat, sie finden es total klasse, dass ich so selbstverständlich damit umgehe und dass ich eben nicht so Selbstzweifel habe, dass ich Ihnen jetzt hier was erzähle oder dass ich Ihnen etwas verkaufe und so dieses Ding ist aber, glaube ich, trotzdem ein Thema. Auch wenn ich das einfach schon viel früher in meiner Karriere abgefrühstückt habe, nämlich als ich als Eventmanagerin hergekommen bin, da hab ich das schon mit dem Vorschlaghammer gelernt, wie damit umzugehen ist. Und deswegen konnte ich da dann jetzt davon profitieren. Ein anderer Stolperstein ist definitiv, dass ich einfach so ein bisschen auch die rosarote Brille aufhatte, was so Zusammenarbeit mit anderen angeht. Also ich habe da schon so meine Erfahrungen gemacht, Projekte mit anderen zu gründen und nachher auszudiskutieren, wer welche Anteile hat, wer für was verantwortlich ist und wie man das Ganze wieder auflöst. Da habe ich auf jeden Fall meine Lektion gelernt, dass da einfach von Anfang an klare Kommunikation ganz wichtig ist und dass man das verspricht, ganz am Anfang, auch wenn man das Gefühl hat, man wird sich immer einig sein. Nein, wird man nicht und es ist auch überhaupt nicht schlimm.

Nadine Quosdorf: Ja.

Isabel Sacher: Das lernt man einfach, und das gehört einfach dazu. Und das ist wirklich so ein ganz heißer Tipp für alle, die mit anderen zusammenarbeiten wollen oder Projekte anfangen wollen (manchmal sind es auch einfach erstmal nur Projekte oder einzelne Events), dass man einfach von Anfang an klar wie eine Art Gesellschaftervertrag macht und bespricht und das unterschreibt, wer für was verantwortlich ist und wer welche Kosten trägt und wer welchen Gewinn bekommt.

Nadine Quosdorf: Total. Total.

Isabel Sacher: Ja.

Nadine Quosdorf: Da haben wir letzte Woche eine Podcast Folge zu gemacht, der Markus und ich. Das war mir auch nicht bewusst. Nur weil wir beide jetzt zum Beispiel ein Event gemeinsam machen, sind wir hier schon eine GbR.

Isabel Sacher: Hm.

Nadine Quosdorf: Punkt. Da muss es keinen Vertrag geben. Und dann gibt es doch bitte lieber einen Vertrag, weil wenn – keine Ahnung – ich nur 20 Prozent Engagement reinbringe und du halt 80, dann ist halt das, was hinten rauskommt, auch nur 20/80 und nicht 50/50.

Isabel Sacher: Ja, ja. Genau.

Nadine Quosdorf: Und das haben wirklich Viele nicht auf dem Schirm, weil es oft solche Freundschaftsdinge sind. Aber wie im normalen Leben auch oder… Wie heißt es? „Bei Geld hört die Freundschaft auf.“, das klingt immer so doof aber so ist es eben.. Oder wenn jemand aus der Familie stirbt und plötzlich wird um das Erbe gestritten und davor war alles super. Man weiß das ja eigentlich, aber man verschließt gern die Augen davor.
Ich würde immer einen ganz einfachen Vertrag zu Beginn machen.

Isabel Sacher: Ja. Einfach nur schriftlich aufschreiben.

Nadine Quosdorf: Dann gibt es keine Diskussion und es geht die Freundschaft nicht kaputt daran. Weil sowas passiert natürlich auch ganz gerne.

Isabel Sacher: Ganz im Gegenteil. Ich glaube, wenn man es kommuniziert und wenn man die Klarheit hat von Anfang an, dann kann eine Freundschaft daran sogar wachsen…

Nadine Quosdorf: Ja, viel besser.

Isabel Sacher: und unterstützt das eigentlich nur. Also, ja.

Nadine Quosdorf: Total.

Isabel Sacher: Das ist zum Beispiel was, das habe ich am Anfang so ein bisschen auf die härtere Tour gelernt, aber das war auch okay. Also ich muss alles lernen.

Nadine Quosdorf: Ich auch.

Isabel Sacher: Ich habe auch nicht Selbstständigkeit studiert.

Nadine Quosdorf: Genau, stimmt. Das wäre ein sinnvoller Studiengang. Dass wäre wirklich schön, würde der Wirtschaft helfen, aber gut. Anderes Thema.
Jetzt hast du ja verschiedene Angebote, würde ich ganz gerne so ein bisschen von dir nochmal erklärt bekommen. Du arbeitest tatsächlich sehr viel eins zu eins mit deinen Kundinnen oder Kunden, beides, ne, Männer und Frauen bei dir? Wahrscheinlich, so wie es oft ist, tendenziell auch mehr Frauen als Männer. Irgendwie zieht man doch… „Gleich und gleich gesellt sich gerne.“? Ist es nur ein Eins-zu-eins-Arbeiten, was du anbietest? Oder hast du auch Online-Kurse oder irgendwelche Themen, die du, ich sage es mal, „in Masse“ abfrühstücken könntest?

Isabel Sacher: Mh. Also das meiste meiner Arbeit ist schon eins zu eins. Einfach aus dem Grund, weil da für mich im Moment einfach noch die größte Magie liegt. Ich habe jetzt im April, das erste Mal haben wir die Business School gelauncht, was so ein Grundlagenkurs ist für Selbstständige bzw. für Einsteiger bzw. für die, die schon eine ganze Weile dabei sind und einfach so ihre Klarheit verloren haben, ihre Perspektive verloren haben, nicht mehr genau wissen, was sie da eigentlich wollen. So wirklich Grundlagen nochmal und das haben wir jetzt als Online-Kurse gelauncht. Und den wollen wir jetzt auch gern weiterentwickeln und das auch weiterhin beibehalten. Aber ansonsten plane ich eigentlich nicht, ein reines Online-Business zu haben, einfach weil mir dieser Eins-zu-eins-Kontakt ja genau das gibt, was ich vorhin beschrieben habe. Und bei einem Online-Kurs kann ich das eben nur begrenzt. Deswegen: Ich liebe das Modell des Online-Business und ich verstehe das absolut, wenn man das möchte. Für mich ist es jetzt eben nicht 100 Prozent der richtige Weg.

Nadine Quosdorf: Du hast deinen Fokus ja auch sehr klar auf Masterclasses, also wirklich auf ein Gruppen-Miteinander. Was ist für dich da so der Hauptreiz, wirklich dieser Austausch?

Isabel Sacher: Ja.

Nadine Quosdorf: Weil mehrere Ideen und Gedanken und jeder hat so seinen „Film„ auf dem er gerade ist?

Isabel Sacher: Ja.

Nadine Quosdorf: Ok, hm. Ja, kann ich verstehen.

Isabel Sacher: Ja, ich sehe das einfach so im direkten Vergleich zwischen dem Eins-zu-eins- Coaching, was ich ja ganz viel mache und den Gelegenheiten, wenn ich zum Beispiel einen Mastermind habe mit einer Gruppe oder eben diese „retreats“, was ja im Prinzip auch nur wie eine Art Mastermind ist. Da potenziert sich einfach diese Energie nochmal, weil ja jeder seinen Beitrag leistet und weil jeder seine Geschichte mitbringt und jeder seine Ideen und Visionen einbringt. Und dann bekommt dieses ganze Ding, dieser Raum, in dem wir uns da bewegen, einfach nochmal eine viel größere Kraft. Und das sehe ich einfach, dass man da eben auch voneinander sehr gut profitieren kann. Und dann entstehen da Freundschaften und sogar Business-Ideen werden da zusammen geschmiedet und das ist einfach wirklich so eine Supergelegenheit, auch Business-Freunde zu finden, was ja im normalen Leben sowieso schon schwer ist, überhaupt noch Freunde zu finden ab einem gewissen Alter und dann im Business einfach noch viel mehr, weil oft eben auch so ein Konkurrenzdenken herrscht. Und da ist das einfach so eine Supergelegenheit, einfach sich so Business-Freunde zuzulegen, mit denen man einfach wirklich über das Business reden kann und die das verstehen, in welcher Situation man ist und das, ja, das ist schon was ganz Besonderes in so einer Gruppe.

Nadine Quosdorf: Ja. Das kann ich auch total befürworten. Ich nenne es immer „business buddies“. Ich finde das total toll. Es ist genau so. Jeder hat  sein Steckenpferd und dann tauschst du dich untereinander aus und du weißt aber auch: „Da wäre jemand, den könnte ich anrufen, wenn…“ Oder vielleicht bei mir ist es oft so: Über meine Agentur habe ich dann Kunden, die haben einen Bedarf und dann habe ich ein Portfolio an virtuellen Assistenten, bei denen ich weiß – auf die kann man sich verlassen. Also Win-win, definitiv. Das ist ein total befruchtendes Geschäft und da brauche ich auch keine Ellenbogen für.

Isabel Sacher: Ne.

Nadine Quosdorf: Aber hat denn für dich die „Retreat“ -Thematik einfach noch mehr Power, haben die Teilnehmerinnen dann noch mehr Drive, weil das einfach… Man ist raus, man ist nicht in seinem Umfeld und dadurch noch, also ich sage mal, wird das dann noch erfolgreicher, die Treffen dann da miteinander, als jetzt, ich sage irgendwo in Zürich, keine Ahnung, da in einer Pizzeria?

Isabel Sacher: Ja, also ich weiß nicht, ob man das so sagen könnte, dass es erfolgreicher ist. Der Effekt ist auf jeden Fall ein ganz anderer, weil zu dieser Gruppendynamik kommt doch einfach noch so dieses, ich sage jetzt, „interrupting element“ dazu, dass man einfach raus ist aus seinem eigenen Alltag. Man ist wirklich entfernt von seinem eigenen Alltag und eben auch von der Heimat in dem Sinne. Deswegen ist es mir auch wichtig, dass wir wirklich reisen können dafür und das eben dann nicht irgendwo in der Schweiz oder im Schwarzwald machen, weil: Ich habe das schon gemacht. Wir haben schon „retreats“ in der Schweiz gemacht und dann hat man eben doch das Thema, ob wir nicht vielleicht zum Frühstück doch die Milch von dem Supermarkt haben könnten, weil die haben wir halt lieber und wenn wir in Marrakesch sind, dann ist es einfach null Thema. Alle sind raus aus ihrer Routine. Und immer, wenn man so raus ist aus der Routine, dann geht ja der Kopf auf. Dann empfängt man wieder neue Information. Man ist wieder offener für neue Eindrücke, man bekommt Inspiration. Und das ist wirklich ein ganz wichtiges Element bei diesen „retreats“, dass es eben so „interrupting“ ist. Und wir haben das ja letztes Jahr in Marrakesch getestet – wir waren vorher eben immer so in ganz ruhigen Häusern irgendwo in den Bergen oder am Meer. Und jetzt in Marrakesch, da war das halt wirklich in so einer hektischen, lauten, inspirierenden Stadt, da war dieser Effekt sogar noch viel stärker. Weil wir hatten ein superschönes Riad mit einer superschönen Dachterrasse. Das war wirklich so eine kleine Oase für uns. Und dann hat einfach dieser Ruhemoment viel größere Kraft, wenn du halt vorher eine Stadttour durch Marrakesch gemacht hast. Und das war wirklich pure Magie, diese fünf Tage. Du merkst, ich komme so ein bisschen ins Schwärmen.

Nadine Quosdorf: Ja, so muss das sein. War das dieses schöne Foto mit den Kakteen?

Isabel Sacher: Genau. Genau, ja.

Nadine Quosdorf: Das ist so gut!

Isabel Sacher: Ja, genau das ist wirklich pure Magie diese „retreats“. Und ich glaube, da kann man in relativ kurzer Zeit, in fünf Tagen einfach Quantensprünge machen. Also da kann man wirklich unglaublich große Veränderungen angehen, wo man sonst vielleicht in einem Eins-zu-eins-Coaching oder einem Mastermind mehrere Monate braucht. Weil man ja, logisch, auch nicht die ganze Zeit Vollzeit daran arbeitet, sondern hier mal eine Stunde und da mal und dann immer wieder Zeit dazwischen. Und bei diesem „retreat“ hat man das halt so geballt. Das ist natürlich auch sehr intensiv. Es ist auch sehr… Es kann sehr emotional sein, aber das braucht es eben manchmal auch, dass man das tatsächlich alles freilegt, weil es geht ja darum, diese ganzen Schichten abzuziehen. Diese ganzen Glaubenssätze, die man hat, all diese Einflüsse von außen mal auszublenden, um wirklich zu dem vorzudringen, was man selber glaubt und was man selber möchte und was einem selber wichtig ist. Und das ist halt manchmal auch ein bisschen unangenehm und manchmal eben auch ein bisschen emotional. Aber immer, wenn es so ein bisschen unangenehm wird, dann wächst man ja. Und ja, es gibt so ein schönes Sprichwort, das heißt: „Wenn es ruckelt, dann schaltet das Leben in den nächsten Gang.“

Nadine Quosdorf: Sehr gut.

Isabel Sacher: Und das finde ich einfach schön.

Nadine Quosdorf: Das finde ich cool. Das ist wirklich gut. Schön. Gab es denn für dich persönlich in deiner Arbeitswelt irgendeine Art „game changer“, sei es ein Buch, ein Kurs, wo du für dich gemerkt hast: „Das hat dich jetzt einfach mal zehn Schritte weitergebracht, statt nur einen Taps nach dem anderen.“?

Isabel Sacher: Hm. Also, ich kann es nicht an einem festmachen. Das war so die Vermengung von den verschiedenen Sachen, die ich mir angeeignet habe. Ich habe ziemlich früh auch angefangen, mit einem Business Coach zu arbeiten, in Kombination mit Büchern, die ich gelesen habe. Eines der ersten, das ich gelesen habe, ist „Big Magic“* von Elizabeth Gilbert. Das hat mich total berührt und das war eigentlich so mein Einstieg in dieses ganze Denken. Dann alles eigentlich von Simon Sinek* hat mich total bewegt und hat mich selber in meiner Visionsfindung total vorwärts gebracht. Und dann auch einfach so dieses bewusste Wahrnehmen von dem, was passiert, also Meditieren, tägliche Journaling-Praxis. Einfach um sich immer wieder mit sich selbst zu verbinden und das war für mich wirklich das wichtigste Learning aus all diesen Dingen, dass ich ganz viel selber schon darüber weiß, wie ich das machen soll und was das Richtige ist und dass es Vertrauen braucht, Selbstvertrauen und Mut, darauf, dann tatsächlich zu hören. Ich glaube, das war so, glaube ich, das wichtigste Learning, was ich hatte. Aber ich kann es jetzt wirklich nicht so wirklich an einem festmachen. Auch die Arbeit von Brené Brown… der Amerikanerin, die ist Wissenschaftlerin im Prinzip und forscht zu den Themen Scham und Verletzlichkeit. Die hat ein super Netflix Special. Also das ist ein super Einstieg in ihre Arbeit. Das zum Beispiel auch, dass muss ich unbedingt nennen, im Zuge dessen, was mich so geprägt hat und was mich weitergebracht hat.

Nadine Quosdorf: Ja, total gut. Ich suche die Links und die nehmen wir mit rein in die Shownotes. Ich finde das immer sehr, sehr spannend. Tatsächlich, manchmal stolpert man über dieselben Bücher, manche Dinge wiederholen sich. Zum Beispiel Tim Ferris* mit seiner Vier-Stunden-Woche.

Isabel Sacher: Hm, Klassiker, genau.

Nadine Quosdorf: Es gibt so ein paar Klassiker, die ziehen sich irgendwie durch, die sind auch gut, die sind spannend. Aber ich finde immer schön, auch ganz andere Richtungen zu hören und mitzubekommen. Deswegen nehme ich das ja sehr gerne mit auf. Heißt das, für dich ist die Fotografie mittlerweile abgehakt oder hat die noch einen Stellenwert innerhalb deines Business-Lebens?

Isabel Sacher: Ich glaube, dass man niemals nicht mehr Fotograf sein kann, grundsätzlich. Also wenn man einmal verstanden hat, Licht zu sehen. Also ich kann es nicht mehr rückgängig machen, Licht zu sehen und schöne, schöne Momente zu sehen. Also im Herzen werde ich, glaube ich, schon Fotografin bleiben. Hochzeiten mache ich seit diesem Jahr keine mehr. Also ich habe dann letztes Jahr dann tatsächlich im Herbst meine hundertste Hochzeit oder meine 99. Hochzeit, um ganz genau zu sein, gemacht und habe lange überlegt, ob ich jetzt diese Hundertste noch brauche für meinen inneren Monk. Aber ich brauche sie nicht. 99 ist okay. Und ansonsten habe ich schon immer wieder Lust auch zu fotografieren. Also ich fotografiere ja auch immer noch. Wenn wir irgendwo sind, dann habe ich schon meine Kamera dabei und mit dem Handy sowieso. Und was ich mir total gut vorstellen könnte, ist es einfach, es mit diesen Business-Begegnungen zu verbinden, also Porträts zu machen von Business-Frauen. Business-Porträts nennt man das, glaube ich.

Nadine Quosdorf: Das ist ein sehr, sehr schöner Ansatz. Das haben wir auch auf der To-do-Liste. Für ein Event, was ich für nächstes Jahr in Düsseldorf plane, hatten wir auch vor, eine Fotografin mit dazuzunehmen, um eben diese Momentaufnahmen zu machen, nicht unbedingt Porträts.

Isabel Sacher: Unbedingt.

Nadine Quosdorf: Alle stehen vor der gleichen Wand oder, weiß ich nicht, tanzenden Luftballons, sondern wirklich im Geschehen. Das macht so viel schöner authentische Bilder als dieses Honigkuchenpferd. Alle sind unglücklich, weil die Augen sind weg und das Doppelkinn hängt irgendwo, nein. Es muss einfach irgendwie passieren. Und das kann halt auch nicht jeder. Also nicht jeder Fotograf hat ein Händchen dafür oder ein Auge dafür. Ok, ja witzig. Ja, durch die Fotografie bin ich auf dich auch aufmerksam geworden, über die Katja. Über das Podcast-Interview mit der Katja Heil. Das war ganz am Anfang, als ich mich selbstständig gemacht hatte, eine Kundin von mir. Sehr spannend. Die ist in meiner Auffassung auch sehr klar im Kopf, das ist super, sehr strukturiert.

Isabel Sacher: Absolut. Ja, absolut.

Nadine Quosdorf: Sie ist wirklich eine ganz smarte Person.

Isabel Sacher: Ja, witzig. Ja also Fotografie hat in meinem Business im Moment eben keinen Stellenwert mehr im Sinne von „Damit verdiene ich irgendwann Geld.“ Ich habe noch so ein „side project“ bzw. eigentlich ist es tatsächlich ein Hobby. Ich bin ja ein Riesen-Interior-Fan und habe einen eigenen Instagram-Account dafür und dafür mache ich natürlich noch Fotos. Und manchmal habe ich eben auch so Kooperationen mit Interior-Firmen, Ikea zum Beispiel.

Nadine Quosdorf: Cool.

Isabel Sacher: Und dann mache ich natürlich auch wieder mal Fotos und das ist halt wieder was ganz anderes, aber nicht in dem Sinne ein Teil meines Business’, sondern das ist tatsächlich einfach Hobby.

Nadine Quosdorf: Schön. Total schön. Aber das merke ich auch immer ganz stark. Das merke ich auch an mir und merke ich an anderen Selbstständigen: diese Begeisterung und auch total, obwohl die Zeit bei allen gleich knapp ist, noch Lust zu haben, andere Projekte zu machen, die auch manchmal gar nicht so genau was mit dem eigentlichen Business zu tun haben.

Isabel Sacher: Das braucht man.

Nadine Quosdorf: Und da sieht man immer: Es geht. Es geht einfach. Wenn ich Bock darauf habe, gehts.

Isabel Sacher: Hm. Das braucht man, glaube ich auch.

Nadine Quosdorf: Das finde ich total spannend.

Isabel Sacher: Vor allem, wenn man selbstständig wird, wird man früher oder später feststellen, oder vielleicht sagt es dann auch schnell mal jemand, dass, wenn man eben so dieses „side project“, was man ja die ganze Zeit betrieben hat neben seinem Job, dann plötzlich zum Job macht, dann braucht man ein neues Hobby. Das klingt eben auch so banal, aber das ist tatsächlich so. Man braucht einfach wieder irgendeinen Ausgleich dazu und das darf man nicht unterschätzen. Weil sonst verbringt man ja eben 100 Prozent seiner freien Zeit mit diesem Herzensprojekt oder mit diesem Business. Und das kann ja in keinem Fall gesund sein. So gerne, wie man es macht und so viel Leidenschaft man dafür auch hat. Es ist auf Dauer wirklich nicht gesund, sich nur mit dem einen zu beschäftigen. Der Kopf braucht Abwechslung. Ganz einfach.

Nadine Quosdorf: Das bedeutet für dich: Du lebst eigentlich tatsächlich ja auch schon deinen persönlichen Traum. Also dein Beruf ist deine Erfüllung?

Isabel Sacher: Absolut, ja.

Nadine Quosdorf: Oder hast du dir, es muss ja nicht das Ende sein, hast du dir eine Vision noch gesetzt? Ist noch irgendwas, wo du sagst: „Das wäre jetzt für mich ein langfristiges Ziel. Da möchte ich noch hinkommen. Das fehlt mir noch. Da möchte ich mein Business hinentwickeln.“? Oder bist du happy (was ja auch schön ist)?

Isabel Sacher: Also, ich bin sehr, sehr happy mit meinem Business jetzt. Trotzdem darf man ja trotzdem noch Visionen haben und trotzdem darf man Träume haben. Und ich habe jede Menge Träume. Also daran scheitert es nicht. Die Frage ist einfach immer, wie man dazu steht oder ist es jetzt was, wo man sagt: „Ah, das muss ich jetzt noch erreichen!“ oder ist es einfach was, wo ich sage: „Dahin möchte ich einfach gehen.“ Das ist einfach die Richtung, in die ich gehe. Und ganz egal, ob ich es früher oder später erreiche oder anders erreiche, ja, so eine Vision, die ich habe, ist auf jeden Fall: Ich möchte irgendwann ein Buch schreiben. Definitiv. Ich glaube, manche, die haben das auch einfach so in sich drin. Ich habe das auch schon, seit ich ein Kind bin, dass ich irgendwann ein Buch schreiben werde. Vielleicht mache ich das auch erst, wenn ich 80 bin. Das kann auch gut sein. Oder vielleicht nächstes Jahr. Ich weiß es nicht. Wir werden uns überraschen lassen. Auf jeden Fall, das ist noch so was, worauf ich hinarbeite und natürlich auch, in irgendeiner Form eine eigene Familie zu haben. Das ist definitiv auch sowas, was ich mir wünsche und wo ich aber im Moment total offen bin, wie das genau aussehen wird, weil aufgrund meines Mannes, der Krankheit meines Mannes, können wir eben auf natürlichem Weg schon mal keine Kinder haben. Das heißt für uns ist aktuell eine Adoption vielleicht ein Thema oder, ja, einfach auch auf eine ganz andere Art, eine Familie zu gründen als man das so erwartet vielleicht im ersten Moment. Das ist definitiv noch so auf meiner Wunschliste oder noch so auf meinem „dreamboard“ und ein Haus am Meer in irgendeiner Form. Wir leben ja in einer wunderschönen Wohnung in Luzern und wir sind super happy hier. Aber Ron sagt immer, mein Mann, der sagt immer: „Next stop ist am Meer.“

Nadine Quosdorf: Ja, nicht der See, sondern „the sea“.

Isabel Sacher: Genau, genau. Wir werden sehen.

Nadine Quosdorf: Schön. Ach, wie schön. Vielen, vielen Dank, Isa. War sehr schön mit dir.

Isabel Sacher: Ja, gerne. Gerne, vielen Dank dir!

Nadine Quosdorf: Auf bald!

Isabel Sacher: Danke dir.

Nadine Quosdorf: Ciao!

Isabel Sacher: Tschüss

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