Welche Begriffe muss eine Business Mama kennen, Markus?

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Hey liebe Business-Mama,

willkommen zu einer neuen Interviewfolge im MAMA BUSINESS® Podcast. Heute ist mein lieber Freund und Anwalt Markus wieder mit dabei und erklärt dir die wichtigsten Begriffe zum Thema Gründung.

Viel Spaß dabei!

Selbstständigkeit

Die Selbstständigkeit ist im Prinzip alles, was nicht abhängig beschäftigt ist. Also wenn du jetzt Arbeitnehmer:in bist und dir dein Chef sagen kann, was, wann und wo du was tust, dann bist du nicht selbstständig.

Selbstständigkeit ist quasi einfach das Gegenteil. Dass du sagen kannst, ich bin frei darin zu machen was, wo, wie und wann ich will. Das ist der Unterschied. 

Unterschied zwischen einem Selbstständigen und einem Freiberufler?

Der freie Beruf ist ein steuerlicher Begriff. Es gibt bestimmte Berufsgruppen wie beispielsweise Anwälte, Architekten und Heilpraktiker die nicht Gewerbetreibende nach Gesetz sind. Normalerweise ist der Grundsatz nach Paragraf 15 Absatz 2 im Einkommensteuergesetz, wer keine selbstständige Tätigkeit betreibt, nachhaltig handelt und im Markt auftritt ist immer Gewerbe.

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Aber da ein Gewerbebetrieb auch Gewerbesteuern zahlen muss, hat man bestimmte künstlerische, kreative, gestaltende Berufe, ausgenommen. Die haben das Privileg eigentlich Gewerbe zu sein, aber als Freiberufler von der Gewerbesteuerpflicht ausgenommen zu sein.

Der Freelancer ist im Prinzip jemand, der seine Arbeitskraft zur Verfügung gestellt auch, ohne Arbeitnehmer zu sein. Beispielweise Programmierer auf Abruf, die vielleicht auf den Seychellen sitzen und von da am Computer programmieren.

Unternehmer vs Kleinunternehmer

Unternehmer bist du immer, wenn du nicht Arbeitnehmer bist. Egal ob Gewerbetreibender oder Freiberufler, du bist immer Unternehmer, ob du alleine bist, ob du zu zweit oder zu dritt bist. Ihr seid immer Unternehmer.

Der Kleinunternehmer ist auch wieder Freiberufler. Der Kleinunternehmer unterliegt gewissen Umsatzgrenzen (aktuell im Jahr 2021 siund das 22.000€/Jahr). Am Anfang des Geschäftsjahres kann ich die Option Kleinunternehmer zu sein wählen, dabei handelt es sich um eine Verwaltungsvereinfachung.

Du wirst einfach nicht zur Umsatzsteuer herangezogen. Der Kleinunternehmer stellt in seinen Rechnungen keine Umsatzsteuer aus.

Er kann, wenn er irgendetwas kauft, was mit dem Betrieb zusammenhängt, aber auch die Vorsteuer nicht geltend machen!

Also es wird vereinfacht, dass man sagt, ihr braucht dem Finanzamt die Umsatzsteuer nicht melden und nicht abführen. Man meldet sich als Kleinunternehmer beim zuständigen Betriebsfinanzamt an.

Zusammenfassung:

Das heißt, ich muss am Anfang festlegen, dass ich davon ausgehe, unter 22 000 Euro Umsatz im ersten Jahr zu liegen und möchte auch noch nichts mit irgendeiner Umsatzsteuer zu tun haben.

Habe aber dann eben auch den Nachteil, dass wenn ich im ersten Jahr vielleicht größere Anschaffungen habe, dann eben auch dies USt (MwSt) nicht wieder zurückerhalte.

Im Paragraf 19 im Umsatzsteuergesetz steht die Info zur Kleinunternehmern-Regelung.

Zu beachten ist, wenn du dem Finanzamt nichts sagst, bist du Unternehmer und nicht Kleinunternehmer.

Auch wenn du im ersten Monat 100 Millionen Euro verdienst. Du bleibst für dieses Jahr Kleinunternehmer.

Aber das wiederum nur für ein Jahr, dem Wirtschaftsjahr vom 1.1. bis 31.12.

Firma

Der Begriff Firma kommt aus dem Handelsrecht. Eine Firma ist lediglich der Name des Unternehmens. 

Gängige Gesellschaftsform, wenn ich gerade erst anfange?

Es gibt in Deutschland einen sogenannten Numerus clausus der Gesellschaftsformen. Das heißt, was der Gesetzgeber als Gesellschaftsform zulässt, das kannst du machen. Was es nicht gibt, kannst du auch nicht wählen. Beispielweise, wenn es eine ausländische Gesellschaftsform gibt, die in Amerika gang und gäbe ist, die in Deutschland aber nicht zugelassen ist, kannst du nicht gründen.

Nadine ist seit Beginn z.B.Einzelunternehmerin. Sie braucht nichts erklären, nichts machen, sie legt einfach los und ist Unternehmerin, da sie keine anderen Gesellschafter neben sich hat.

Wenn ich jetzt zwei Leute habe, sagen wir, wir zwei fangen an miteinander zu arbeiten, dann sind wir immer eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Das ist die Auffanggesellschaftsform, wenn mehrere zusammen tätig sind. Es ist eine Personengesellschaft. Da stehen die Personen, wie auch beim Einzelunternehmen prägend der Gesellschaft vor. Da brauche ich auch noch keinen Gesellschaftsvertrag abschließen.
Die Verteilung des Gewinns, die Haftung und alles das regelt das Gesetz.

Die GmbH ist eine Kapitalgesellschaft, da ist das Prägende das Kapital und nicht das Know-how der Gesellschafter, die Persönlichkeit, die Ideen.

Jede Gesellschaftsform hat Vor- und Nachteile. Viele springen immer auf die GmbH und sagen das ist ja toll. Und wenn es schiefgeht, dann hafte ich nur mit einem Stammkapital. Ja, das ist aber nur ein Aspekt der Medaille, weil wenn ich einen Vorteil habe, muss ich mir diesen auch irgendwie „abkaufen“ lassen.
Ich habe z.B. viel strengere Bilanzierungsregeln. Ich muss vielleicht sogar meine Bilanz veröffentlichen. Die Konkurrenz guckt darauf. Eine Kapitalgesellschaft kann kein negatives Vermögen haben. Wenn du als einzelne Unternehmerinnen aufs Konto guckst und sagst
oh juhu, wir sind im Dispo, interessiert das kein Mensch. Du kannst immer noch etwas abheben, bis die Bank die Kreditlinie zumacht. Das geht nicht bei der GmbH. Zumal die GmbH selbst auch in dem Sinne nur Kapital besitzt.

Vom Einzelunternehmer in eine GmbH wechseln
1. Du musst die GmbH gründen
2. Du musst dich als Geschäftsführerin anstellen

Die GmbH braucht ein sogenanntes Organ, mit dem sie nach außen auftritt. Und das bist du als Geschäftsführerin. Gehen wir mal klassisch davon aus, dass du dich selbst in deiner eigenen GmbH als Geschäftsführerin anstellst. Damit bist du Arbeitnehmerin. Das heißt, du musst dir nicht nur Lohn auszahlen (und zwar jeden Monat denselben) der erst einmal erwirtschaftet werden muss, sondern wir reden auch über Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer.

Und das ist ja immer so ein bisschen die Schwierigkeit, wenn ich loslege.

Was kann ich mir denn auszahlen?

Deswegen würde ich, gerade wenn ichin einem kreativen Bereich tätig bin, wenn ich mit meinem Know-how mein Geld verdiene, ich mit meinem Wissen als Anwalt, du Nadine als Marketing-Experten, dann ist die Haftung vielleicht gar nicht das große Thema.

Ich kann Haftung auch in der Kundenbeziehung schon durch Verträge weitestgehend abschwächen oder regeln, dass ich sage meine allgemeinen Geschäftsbedingungen sichern mich schon recht gut ab.

Und sind wir mal ehrlich, es gibt für nichts die hundertprozentige Garantie, aber diese Flexibilität, die du hast, dass du sagst oh, diesen Monat ist es mal nicht so gut gelaufen, jetzt hebe ich mal nicht so viel vom Konto ab, die hast du bei einer GmbH nicht mehr.

Und wenn die GmbH überschuldet ist, dann wird sie liquidiert. Dann ist sie weg. Dann muss man Insolvenz anmelden.

Liquidität

Es gibt viele GbR, die Verlust machen, aber es gibt sie, weil sie nicht liquidieren müssen. 

Bei der Kapitalgesellschaft ist das wiederum so. Da muss Verlust ausgewiesen werden und dann wird abgewickelt. 

Wichtig: Ein Großprojekt mit verschiedene Beteiligten und ohne eine vertragliche Regelung führt zu einem Zusammenschluss einer GbR!

Haftung

Tipp: Ich würde immer gucken, was kann ich individuell regeln, was sagt mein Kunde oder das Projekt, das ich mache? Wo bestehen denn die konkreten Gefahren? Wir ja reden bei der GmbH immer von solch abstrakten Gefahren, die es für dich persönlich vielleicht gar nicht gibt!?

Man hört immer: „Dann stehen die Gläubiger zu Hause vor meiner Privatwohnung, weil sie bis ins Privatvermögen können.“

Dem ist nicht so. Es ist natürlich schon so, wenn eine GmbH besteht, gibts ein Geschäftskonto, das gehört der GmbH und wenn dieses nicht ausreichen gedeckt ist, ist man bankrott. Das hast du als Einzelunternehmer nicht. Dort haftet man mit allem, was auf den Unternehmer zugelassen ist. Sowohl Geschäfts- als auch Privatvermögen. Du kannst da bis zum Limit gehen.

Deswegen Haftung ist auch immer eine Frage, was mach ich? Wo kommt die Gefahr her? Kann ich die Gefahr nicht billiger und vor allem effizienter dadurch lösen, dass ich mit meinem Kunden vielleicht bestimmte Problematiken von vornherein regle?

Allgemeine Geschäftsbedinungen

Wenn ich schon von vornherein regle, was mir wie zustehen mag, gibt es meist weniger Probleme.

Fragen:
– Wo sind denn eigentlich die Risiken?
– Was kann denn eigentlich passieren?
– Bist du kreativ?
– Bist du sozusagen die Dienstleistung und das läuft oder hab ich Produkte?
– Hast du Zulieferer?
– Hast du mehrere „Ketten“ bis hin zum Verakauf, bei denen was passieren kann?

Beispiel Event:
Es wird beispielsweise ein Event ausgerichtet und du hast ein Caterer, den du dir extern einkaufst. Vielleicht sogar den Inhalt des Events, den du dir extern durch die Firma einkauft. Und eigentlich machst du nichts anderes, dass du diese drei Einzelunternehmen unter deiner Firma bündelst und das anbietest als eigene Firma, wenn da was ausfällt. Wir haben jetzt Corona- die ganze Veranstaltung ist abgeblasen. Die Leute wollen ihr Geld zurück und du hast das Geld aber schon ausgegeben.

Dann ist eine GmbH gar nicht schlecht, weil im Worst Case heißt es dann, liebe Gläubige, bedient euch an dem, was noch da ist und mehr gibt es nicht. Was du dann wiederum tun kannst? Einfach eine neue GmbH gründen und von vorne starten, ohne mit Schulden zu beginnen.

Verrückt, oder?

Wichtig: Man muss immer zuerst wissen, was mache ich, was ist vielleicht die Gefahr? Hantiere ich wirklich mit Verträgen über viele Tausend Euro pro Kunde?

Ist es vielleicht sinnvoller, nur allein für dieses Projekt eine eigene GmbH zu gründen? Vorteil ist hierbei, egal was passieren mag, die Hauptfirma wird hiervon nicht betroffen sein.
Oftmals arbeiten von einem eigenen Arbeitgeber mehrere GmbHs füreinander. Schlussendlich arbeitet dann deine eigene GmbH, welche eine andere deiner anderen GmbHs beauftragt, für sie und wird tätig und dabei sind aber beide rechtlich gesehen zwei völlig unterschiedliche Unternehmen. Sollte die eine GmbH Schwierigkeiten bekommen, ist die andere oder die anderen nicht davon betroffen!

Brauche ich eine GmbH?

Wenn du in ähnlichen Bereichen wie ich und vielleicht erst am Anfang bist, eher nicht!
Spare
 dir das Geld und spare dir die Folgekosten. Eine GmbH muss verwaltet werden. Denn selbst wenn du nichts verdient hast, die Bilanz kostet immer denselben Aufwand. Dieses Geld kann ich mir als Einzelunternehmerin am Anfang sparen.

Muss ich da vielleicht AGBs haben, die wirklich Weltweit funktionieren?

Es gibt drei verschiedene Möglichkeiten. Stelle dir eine Pyramide vor:
1. die Spitze der Pyramide ist für meinen Kunden im Ausland, für die haben wir einen eigenen Vertrag. Der gilt zwischen uns beiden inzwischen niemand sonst.
2. Mit den anderen habe ich auf der mittleren Stufe der Pyramide die AGB
3. Und der Boden der Pyramide ist das Gesetz.

Aber das Gesetz ist halt immer nur der Mindeststandard!

Bin ich mir nicht sicher, kläre ich das direkt zwischen einem Kunden und mir durch einen Vertrag. Vertrag bedeutet einfach, wir regeln die Punkte verbindlich zwischen uns und setzen unsere Unterschrift darunter, dann ist es verbindlich.

Wichtig: AGBs wachsen mit dem Unternehmen. So ist es auch mit einer Firma. Am besten stellt man es sich wie eine wachsende Pflanze vor. Zuerst gebe ich die Erde in den Topf und ab und zu mal Wasser dazu. Und wenn du merkst, es wächst nicht so, wie es soll, dann drehe an einer neuen Stellschraube und ergänze den Dünger.
Starte mit den einfachsten Bedingungen und ergänze diese nach und nach. 

Reklamation

Nichts zieht so sehr, als wenn ich sage, wir haben es doch in den AGB geregelt. Dann gibt es keine Diskussion und dann braucht auch niemand denken, er hat „gefühlt“ recht..
Und wenn dann z.B. drinsteht, dass man mit der Mahnung in Verzug gerät und dann auch die Kosten zu tragen hat, dann braucht man nicht hinterher hingehen und sagen
wir schreiben drei Mahnungen. Das ist Blödsinn.


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