Was muss ich als Gründerin über Steuern wissen, Carina Heckmann?

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Du willst das Interview lieber anschauen? Kein Problem:

Mein heutiger Gast ist eine der wenigen unter uns, die Spaß am Thema Steuern hat.


Ist das nicht super? Endlich hilft uns jemand aus den eigenen Reihen dabei, die Angst vor diesem Thema zu verlieren. Carina von „steuernleichtgemacht“ ist selbst Mama und kennt all unsere typischen Fragen.
Legen wir also direkt los:

2 Fakten über Carina

  • Mama von zwei Kids
  • Hat früher knapp 10 Jahre getanzt und gesungen

Carinas Weg

Meine Ausbildung habe ich bereits mit 16 Jahren begonnen, sodass ich aktuell schon 17 Jahre Erfahrung habe.

Die Selbstständigkeit startete ich 2016 nebenberuflich und habe 2018 „in Vollzeit“ gewechselt.

Mein größter Struggle war, als ich gemerkt habe, dass ich „alte“ Mandanten loslassen musste, die nicht mehr zu meiner Ausrichtung passten.

Es war ein „Step out“ aus der Komfortzone, der sich aber sehr gelohnt hat.

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Welche Steuern muss ich als Gründerin kennen?

Als Gründerin musst du eigentlich erstmal nur drei Steuern kennen:

  1. die Einkommensteuer,
  2. die Umsatzsteuer und
  3. die Gewerbesteuer.

Die Einkommensteuer betrifft wirklich jeden, denn hier werden alle Einkünfte versteuert – egal ob aus einer Anstellung oder einer Selbstständigkeit.

Dabei wird für jeden Steuerpflichtigen ein Grundfreibetrag berücksichtigt (der sich in der Regal jedes Jahr erhöht).

Außerdem ist die Umsatzsteuer ein wichtiges Thema. Wir unterscheiden zwischen Kleinunternehmern und Regelbesteuern.

Kleinunternehmer kann sein, wer im Vorjahr weniger als 22.000,-€ und im laufenden Jahr voraussichtlich weniger als 50.000,-€ Umsatz erzielt (hat).

Die Gewerbesteuer betrifft dagegen nur die Gewerbetreibenden. Also nicht die, die als Freiberufler eingestuft wurden.

Dabei wird bei Einzelunternehmern grundsätzlich ein Freibetrag von 24.500,- € berücksichtigt.

Was muss ich als Gründerin zum Thema Steuern wissen?

Ich finde wichtig zu wissen, worauf man sich einlässt. Als Gründerin sollte man sich mit den Pflichten auseinandersetzen.

Wichtig dabei sind: 

  • die einzelnen Steuerarten,
  • die Abgabefristen und
  • wie hoch die Rücklagen für potenzielle Nachzahlungen sein sollten.

Die Steuerarten haben wir bereits beantwortet. Die Abgabefristen teilen sich in die Voranmeldungen und die Jahressteuererklärungen auf.

Umsatzsteuer-Voranmeldungen müssen grundsätzlich vierteljährlich, ggf. monatlich oder jährlich, abgegeben werden.

Die Frist dafür endet immer am 10ten des Folgemonats, egal ob nach dem Monat oder dem Quartal.

Sowohl die Umsatz- als auch die Einkommensteuererklärung muss immer bis zum 31.07. des Folgejahres abgegeben werden.

Wenn du die Erklärungen von einem Steuerberater erstellen lässt, dann hast du nochmal sieben Monate länger Zeit.

Freiberuflerin vs. Gewerbetreibende

Der Unterschied ist primär in der Gewerbesteuer zu finden. Allerdings ergibt sich hier erst dann ein steuerlich finanzieller Nachteil, wenn der Gewinn größer 24.500,-€ ist.

Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass nur bei Gewerbetreibenden die „Gefahr“ besteht, buchhaltungspflichtig zu werden.

Nur bei Gewerbetreibenden muss ab einem Gewinn von 60.000,-€ bzw. einem Umsatz von 600.000,-€ eine Bilanz statt der einfachen Einnahmen-Überschuss-Rechnung erstellt werden.

Empfiehlst du die Kleinunternehmerregelung?

Hier kommt es sehr stark darauf an, welche Art der Leistung man erbringt, an wen sich das Angebot richtet, ob der Kunde Unternehmer oder Privatperson ist.

Weiter sollte berücksichtigt werden, wie hoch die voraussichtlichen Umsätze sind und welche Kosten zu erwarten sind.

Als Leitlinie könnte man nehmen:

Nebenberuflich und Privatpersonen als Kunde = Kleinunternehmerregelung kann sinnvoll sein.

Hauptberuflich und Unternehmer als Kunde = Kleinunternehmerregelung ist nicht unbedingt sinnvoll.

Wie kann ich Steuern sparen?

Das ist eine große, komplexe Frage.

Grundsätzlich kann man als Einzelunternehmer, der eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung erstellen muss, nur dann Steuern sparen, wenn man tatsächlich Geld ausgibt.

Dabei muss natürlich beachtet werden, dass dann auch die Liquidität weg ist. Und es gibt halt auch nicht 100% der ausgegebenen Summe vom Finanzamt zurück, sondern nur in der Höhe des individuellen Steuersatzes.

Ausgaben, die gerne vergessen werden, sind:

  • betriebliche Fahrtkosten mit dem eigenen Pkw, Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln, Home-Office/Arbeitszimmer und Telefon-/Internetkosten.

Mein Tipp an der Stelle ist, dass alles, was betrieblich veranlasst ist (oder sein könnte) zu sammeln und am Ende des Jahres nochmal zu überprüfen, was angesetzt werden kann. Denn ein Grundsatz gilt von Anfang an:

Keine Buchung ohne Beleg! – Soll heißen: Jeder nicht aufbewahrte Beleg kostet dich Geld und du kannst die Ausgabe nicht mehr berücksichtigen.

Brauche ich einen Puffer für Steuerrückzahlungen?

Rücklagen sind immer sinnvoll. Die Umsatzsteuer hat hier nochmal einen besonderen Stellenwert, die Umsatzsteuer gehört nicht dem Unternehmer, sondern es handelt sich um einen durchlaufenden Posten, der 1:1 an das Finanzamt weitergegeben muss. Wenn die Umsatzsteuer also vierteljährlich oder jährlich zu zahlen ist, dann sind die monatlichen Beträge sinnvollerweise zurückzulegen. Hier gibt es (außer zur Corona-Zeit) keine Stundungsmöglichkeiten.

Sollte ich die Steuererklärung selbst machen?

Eins vorweg: Man muss keinen Steuerberater haben.

Und ich bin der Meinung, dass jede Unternehmerin die eigene Steuererklärung erstellen kann.

Wichtig ist, dass man sich mit dem Thema auseinandersetzt. Und genau da setze ich mit meinen Angeboten an. Es macht am Anfang einer Selbstständigkeit überhaupt keinen Sinn die Arbeiten abzugeben, wenn man überhaupt noch nicht verstanden hat, was wie miteinander steuerlich zusammenhängt, welche Aufgaben man hat und welche man vielleicht dann abgeben kann. Auch hier sollte man schon eine:n Steuerberater:in an der Seite haben um das zu lernen, aber eben nicht um das Thema aus den Händen zu geben. Das kann später immer noch erfolgen.

Carinas Tipp für Business Mamas

Habt keine Angst vor dem Thema Buchhaltung und Steuern. Es gibt Kolleg:innen, die dir/euch helfen, die Fragezeichen in Aha-Momente zu verwandeln. Also nehmt euch dem Thema an und nutzt die Anfänge der Selbstständigkeit auch um euch eine Routine zu schaffen. So habt ihr keinen Struggle mit dem Thema.

Was sind deine aktuellen Projekte?

Aktuell entwickle ich mehrere Produkte abgestimmt auf die einzelnen Stadien der Selbstständigkeit. Angefangen bei den Gründern (Bootcamp), über die, die ihre erste Buchhaltung erstellen dürfen, weiter über die, die dann ihre Steuererklärung selbst meistern wollen und schlussendlich für die Unternehmer:innen, die schon weiter sind und tiefergehende Fragen haben (1:1 Coaching). Es ist für jeden was dabei!

Carinas super hilfreichen Steuerclub findest du hier*

*Werbung, weil Carina einfach gut ist!

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1 Kommentar

  1. Ich habe vor kurzem ein Gewerbe angemeldet, welches ich jetzt versichern lassen werde. Während ich mit dem Versicherungsbüro in Kontakt bin, recherchiere ich nebenbei online. Es ist immer gut zu wissen, dass die Gewerbesteuer nur Gewerbebetreiber betrifft und nicht die Freiberufler! Man lernt immer etwas Neues.

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