Was kostete die Selbstständigkeit Markus – Teil 2 – Steuern

Anwalt Markus erklärt Steuern
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Podcastinterview mit Anwalt Markus

Hey liebe Business Mama, willkommen zu einer neuen Interviewfolge im MAMA BUSINESS© Podcast. Nach einer wirklich laaaangen Sommerpause spreche ich heute das 2.Mal mit Anwalt Marcus über das Thema: Was kostet eigentlich die Selbstständigkeit?
Diesmal stelle ich ihm einige Fragen zu dem unsexy Thema Steuern.
Einkommenssteuer, Lohnsteuer, Umsatzsteuer, Gewerbesteuer.
Und bin ich als Webdesigner nicht Freiberufler?
Nicht das leckerste Thema, aber ein paar Grundkenntnisse schaden schließlich nicht, oder?
Also Popobäckchen zusammenpfetzen, Augen zu und durch!

Und falls du Folge 1 zum Thema Gründungskosten vorher anhören möchtest – bitte hier entlang.

Los geht´s:

Nadine: Wir reden heute über Steuern. Und da beginnen wir vielleicht mal mit der Steuer, die uns alle betreffen wird, indem wir Geld verdienen und dafür auch Steuern bezahlen müssen. Mit der Einkommenssteuer.
Da schwirrt mir schon im Kopf herum, dass es nicht nur den Begriff Einkommenssteuer, sondern zum Beispiel auch Lohnsteuer gibt uns da doch bitte gerne.

Markus: Richtig. Es gibt die Einkommenssteuer, und die Einkommenssteuer ist quasi der Überbegriff der verschiedenen Einkunftsarten.

  • Ich kann Einkünfte als Arbeitnehmer haben.
  • Ich kann Einkünfte als Unternehmer haben.
  • Ich kann Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung haben.

Da gibt es unterschiedliche Einkunftsarten.

Grundsätzlich ist auch die Lohnsteuer unter die Einkunftsarten “nicht selbstständige Tätigkeit” zu fassen. Es ist eine besondere Erhebung von der Einkommenssteuer.
Das Besondere an der Lohnsteuer: Sie wird vom Arbeitgeber am Ende des Monats vom Lohn einbehalten und ans Finanzamt abgeführt. Dadurch tritt dann auch für den Arbeitnehmer Abgeltungswirkung gegenüber dem Finanzamt ein. Er hat damit die Lohnsteuer korrekt berechnet und abgeführt und seine Schuldigkeit für das Kalenderjahr ist getan.
Jetzt wissen aber die Profis, dass dabei noch keine Aufwendungen (Ausgaben) berücksichtigt wurden. Deshalb empfiehlt es sich natürlich auch hier nochmal eine Einkommensteuererklärung abzugeben, um auch die Werbungskosten & Co. davon abzuziehen.

Nadine: Für mich als Unternehmen ohne feste Mitarbeiter mache ich mir darüber noch keine Gedanken. Bei mich gibt’s die Einkommenssteuer auf das, was ich verdiene. Plus das, was ich vielleicht noch woanders einnehme.
Nun haben andere  aber vielleicht noch Wohnungen und ein gut gefülltes Depot, das noch Geld bringt. Und das alles zusammen ist die Basis für die Einkommenssteurer. Eben nicht nur dein „Lohn“.

[In den eckigen Klammern findest du die Zeit des Podcast, falls Hören doch cooler wäre als Lesen😉  00:02:33]

Markus: Machen wir doch ein einfaches Beispiel:

Als Bemessungsgrundlage für meine Steuern werden alle Einkunftsarten zusammengerechnet:

1.    Das heißt, du hast ein Haus in Sankt Moritz. Da hast du Miet-Einkünfte.

2.    Dann hast du dein Unternehmen, da du Einkünfte. Abends kellnerst du noch abhängig beschäftigt irgendwo.

3.    Du schreibst Bücher,

4.    und du hast natürlich noch ein riesengroßes Aktiendepot von Apple.

Und alle diese Einkünfte werden am Ende zusammengerechnet. Das ist der Gesamtbetrag der Einkünfte.

Nadine: Aber im ersten Moment macht man sich darüber tatsächlich keine Gedanken, denn man denkt einfach: “Ich verdiene jetzt Geld. Darauf wird die Steuer erhoben.“ That´s it. Aber so ist eben nicht.

Markus: Es gibt ja auch dieses Buch Wer bin ich, und wenn ja, wie viele?* Ich kann sowohl Schriftsteller, Arbeitnehmer und Landwirt in einer Person sein.

Das machen übrigens auch viele. Aber es ist einfach so, dass das Einkommensteuergesetz eben nur nach dem Zufluß-Prinzip funktioniert. Das heißt, alles was mir an Geld zufließt, wird unter eine bestimmte Einkunftsart subsumiert.

Oder ist es eben privat, dann ist es nicht der Steuer zu unterwerfen.

Aber grundsätzlich ist alles, was ich im Rahmen meiner beruflichen Ausübung verdiene, erstmal anzusetzen. (Kleiner Hinweis am Rande – auch das Elterngeld zählt hier mit rein. Mehr dazu kannst du in dieser Podcastfolge anhören).

Es gibt natürlich noch andere Steuerarten. Z.B die Umsatzsteuer, die dich gegebenenfalls trifft.
Um hier mal einen kurzen Exkurs zu machen. Wir werden die Umsatzsteuer nochmal in einem eigenen Podcast genauer beleuchten. Denn es ist ein sehr, sehr diffiziles Thema, was dir ein Steuerberater sicher gern bestätigen wird. Wirklich ein kompliziertes Steuersystem.

Es ist so, dass alle, die „nur“ Endverbraucher sind, bei irgendeiner Leistung (ob das jetzt einen Karton Milch oder eine Dienstleistung ist), am Ende die Mehrwertsteuer zahlen müssen (= umgangssprachlich: Mehrwertsteuer/ gesetzlich Umsatzsteuer). Diese Geschäftsbeziehung nennt man auch B2C (Business to Consumer).
Das heißt, zwischen Unternehmern (B2B = Business to Business) wird keine Umsatzsteuer gezahlt, sondern es wird immer auf die Privatpersonen abgewälzt.

Für die Unternehmen ist es ein sogenannter durchlaufende Posten. Der durchlaufende Posten wird dann durch eine Meldung an das Finanzamt (das kann monatlich, vierteljährlich oder jährlich sein) gemeldet.
Als Unternehmer nehme ich Umsatzsteuer für den Staat ein, indem ich Leistungen anbiete. Und dann muss auf allen meinen Rechnungen, die ich stelle, grundsätzlich die Steuer ausweisen.

Aber wenn ich als Unternehmer etwas einkaufe, dann löse ich hier bei dem Anbieter die sog. Vorsteuer aus. Und das muss man sich wie die negative Seite der Umsatzsteuer vorstellen.
Und am Ende des Monats oder Jahres werden beide Positionen gegeneinander gerechnet. Da habe ich entweder ein Plus oder ein Minus, was ich mir vom Finanzamt erstatten lasse.

Die Ausnahme (damit ich keine Umsatzsteuer ausweisen muss) ist die, dass die Leistung nicht bei uns in Deutschland bewirkt wurde: Also, ich habe z.B. schweizer Kunden, und vielleicht mache ich das Projekt dort. Das unterliegt dann nicht der Umsatzsteuer.

Es gibt steuerfreie Leistungen, die nicht der Umsatzsteuer unterliegen.
Und es gibt die ermäßigten Umsatzsteuer.

Nadine: Also ich kenne nur die 19% und die verminderten 7% bei Lebensmittel, Bücher& Co ( bzw. in Coronazeiten 16% und 5%). Aber ich hab noch nie gehört, dass manche Dinge steuerfrei sind.

Markus: z.B. medizinische Leistungen, die nicht technischer Natur sind. Der Zahnarzt tut etwas, wofür in der Regel keine Steuer ausgewiesen wird, also keine Umsatzsteuer. Wenn der Zahntechniker dir aber eine Krone macht und du musst die Krone voll bezahlen, dürfte die Umsatzsteuer ausgewiesen sein. Das ist jetzt so ein spontanes Beispiel, was mir einfällt. Aber wie gesagt, es wird ja die meisten nicht betreffen.

Also nochmal zurück zum Thema:

Deine Leistung betrifft nicht das Inland. Sie ist nicht damit nicht steuerbar, das heißt sie ist von der Steuer befreit.

Die andere Option hast hast du als Unternehmer aufgrund deiner Umsatzgröße gewählt: Die Kleinunternehmer Regelung. Ziel ist es, diesen Verwaltungs-Wahnsinn der Umsatzsteuer-Meldung zu vermeiden. Deshalb heimst du dir als Kleinunternehmer erst gar keine ein.

(Anmerkung: Die Begriffe Kleinunternehmer, Gewerbetreibender, Freiberufler, Selbstständiger erklärt dir Markus in folgender Podcastfolge).


Die Kehrseite der Kleinunternehmern Regelung:

Wenn ich in meiner Rechnung keine Umsatzsteuer reinschreibe, kann ich auf der Ausgabenseite beim Kauf von Betriebsmitteln und anderen Dingen, die ich für mein Unternehmen einkaufe, auch die Vorsteuer nicht ziehen. Das heißt, ich werde behandelt wie eine Privatperson. Obwohl ich Unternehmer bin.

Grundsätzlich ist es so: Wenn ich Gewerbebetrieb bin, löst das auch in der Regel die Gewerbesteuer aus. Das ist zum Beispiel eine weitere Steuerart, die viele gerne vermeiden würeden. Meistens ist sie mit zusätzlichen Kosten verbunden, also nicht nur mit dem sog. Hebesatz, den die Gemeinde erhebt. Der wird dann mit der Einkommenssteuer teilweise verrechnet. Die Gemeinden dürfen den Hebesatz selbst festlegen.

Als Herr Schäuble noch Finanzminister war, waren Bestrebungen da, die Gewerbesteuer abzuschaffen, weil sie im gesamt Steueraufkommen keine Rolle spielt, aber trotzdem sehr viel Verwaltungsaufwand erzeugt.
Da haben sich die Städte und Gemeinden mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, weil es natürlich eine Haupteinnahmequelle der Kommunen und Städte ist. Kann man verstehen.

Trotzdem habe ich in meiner Beratungstätigkeit immer die Erfahrung gemacht, möglichst aus der Gewerbesteuer raus zu bleiben.

Da brennt auch gerne mal Streit mit der ganzen Stadt bzw. mit der Gemeinde. Es ist ja nicht das Finanzamt.
Deswegen kann es für den Einzelnen durchzaus Sinn machen, sich mal die Frage zu stellen:

Was bin ich jetzt eigentlich? Bin ich selbstständig oder Gewerbetreibende?

Ich erkläre es anhand von Beispielen:

Fall Nr. 1:
Der freiberufliche Anwalt übt parallel ein Gewerbe als Datenschutzbeauftrager aus. Muss er nun Gewerbesteuer zahlen?

Der erste Fall ist der externe Datenschutzbeauftragte. In dem vorliegenden Fall hat der Bundesfinanzhof Anfang dieses Jahres entschieden, dass ein Rechtsanwalt (das ist Kraft Gesetz ein freier Beruf), der als Anwalt tätig ist oder in einer sogenannten Partnerschafts-Gesellschaft agiert, nie gewerblich tätig ist. Das regelt das Gesetz (Wer das ernsthaft nachschlagen möchte: Urt. v. 14.01.2020, Az. VIII R 27/17).
Jetzt ist dieser Anwalt aber zusätzlich noch externer Datenschutzbeauftragter.

Der Anwalt hatte sich in dem Fall auf das Argument gestellt: „Ich Anwalt, ich freiberuflich“.

Der BFH (Bundesfinanzhof) hat aber gesagt: „Nein, denn der Datenschutzbeauftragte bedarf keinerlei Ausbildung, und es hat auch nichts mit der Tätigkeit des Rechtsanwalts an sich zu tun.“ Deshalb ist dieser Teil seiner Einkünfte, die er als Datenschutzbeauftragter einnimmt, aus Gewerbebetrieb.

[00:12:04] Nadine: Aber ist denn tatsächlich dann nur dieser Teil seines Einkommens betroffen? Oder muss man die Gewerbesteuer immer komplett auf das gesamte Einkommen zahlen?

Markus: Das ist ein sehr guter Hinweis.

Du kannst dich als Freiberufler, gerade wenn mehrere Freiberufler zusammen tätig sind, gewerblich infizieren.

Es gibt eine Mindestgrenze. Ich bin jetzt nicht aktuell informiert, aber ich glaube alles, was mehr als 3% des gesamten Umsatzvolumen ausmacht. Also, ich nehme mir mal die drei Rechtsanwälte. Drei Rechtsanwälte machen eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), und alles, was sie tun, ist in der Regel Rechtsberatung, vielleicht auch Steuerberatung. Typische freie Berufe. Keine Gewerbesteuer.

Jetzt fängt der eine an, in seiner Freizeit Versicherungen zu makeln und ist auch noch so nett, dass er die Einkünfte auf das Kanzlei-Konto einbezahlt. Und das macht am Ende 5% des gesamten Kanzlei Einkommens aus. Damit ist die komplette Freiberufler-Kanzlei nun gewerblich infiziert. Das ist übrigens der Grund, warum man heute keine Zahntechniker mehr in Zahnarztpraxen findet. Früher hatten sich die Zahnärzte darauf berufe: „Hallo, guck mal ins Gesetz, ich bin Freiberufler.“

Da stand aber nichts vom Dental Techniker. Und dann war es natürlich so, dass die Rechtsprechung gesagt hat: „Na ja, der Dental Techniker, der reproduziert. Er stellt also immer wieder gleichbleibende Dinge her.
Und tatsächlich haben diese Dental Techniker die Zahnarztpraxis damit gewerblich infiziert.

Aber du hast recht, du bist entweder Gewerbebetrieb oder du bist kein Gewerbebetrieb.

Was anderes ist, dass ich vielleicht eine Unternehmensbeteiligung, ein einem Gewerbebetrieb halte. Diese Beteiligung kann ich ja jetzt entweder betrieblich oder privat halten. Dann ist es nicht unbedingt für meine weitere künstlerische, selbstständige Tätigkeit schädlich. Weil die Einkunftsarten haben nichts mit meiner anderen Tätigkeit zu tun.

Nochmal zurück zu unserem Beispiel vom Anfang:

  • Du kannst Schriftsteller sein – dann bist du selbstständig.
  • Du kannst kellnern, dann bist der Arbeitnehmer.
  • Du hast eine Kapitalbeteiligung,
  • Einkünfte aus Gewerbebetrieb,
  • und du hast, wie gesagt, das Haus in Sankt Moritz.

Das sind fünf unterschiedliche Einkunftsarten. Nun wird alles zusammengerechnet und du hast dein Einkommen.

Und am Ende zahlst du darauf einen Steuersatz.

Die Gewerbesteuer kommt dann vielleicht noch obendrauf, wird dann verrechnet im Rahmen der Einkommenssteuer oder teilweise verrechnet. Kompliziert. Deshalb könnte man sie gern auch abschaffen. Aber so ist es.

Fall Nr 2:
Bin ich als Webdesigner Freiberufler oder Gewerbetreibender?

Schon 2008 hat das Finanzgericht Münster den Web-Designer auf dem Tisch gehabt. Und zwar war das eine Personengesellschaft (GbR). Da haben sich einige Dienstleister zusammengeschlossen und haben Webseiten erstellt, Logos gemacht usw.

Und da hat das Gericht tatsächlich ganz lapidar entschieden:

Ein Selbstständiger, dessen Tätigkeit dem Berufsbild eines Web-Designer entspricht, zieht Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit.

Viele Berufsbilder sind ja nicht starr festgeschrieben. Also es verschwinden Berufe. Ich glaube, den Hutmacher gibt’s nur noch ganz selten. Dafür gibts wahrscheinlich mehr Webdesigner wie noch 1970, wo es eben viele Hutmacher gab.

Spaß beiseite. Deshalb ist in diesen Steuer-Vorschriften immer eine sogenannte Öffnungsklausel drin.

Öffnungsklausel heißt …blablabl…“oder ein vergleichbares Berufsbild“.

Jetzt mal lapidar gesagt: Dann guckt am Ende das Gericht, vielleicht auch das Finanzamt: Was genau macht der- oder diejenige denn konkret?

In unserem Beispiel war es eben so, dass das Gericht nach der gesamt Würdigung der Tätigkeiten zu der Überzeugung gelangt ist, dass die künstlerische Erstellung von Layouts und die erstmalige Gestaltung von Webseiten eine künstlerische Tätigkeit darstellt, die nicht gewerblich ist.

Hier muss man natürlich immer genau lesen: Voraussetzung ist: Ich betreue die Website von Anfang bis Ende. Der Freiberufler trägt seiner Tätigkeit den persönlichen, individuellen Stempel auf. Er macht das Bild so, wie er es macht, oder das Kleid, die Webseite, den Hut.

Und der Gewerbliche reproduziert eben immer wieder dasselbe, weswegen da dann eine andere Qualifizierung vorzunehmen ist.

Was wohl eine Hunde-Nanny dann ist?

Das ist doch eher gewerblich, oder? Du könntest nun aber auch sagen, dass im Gesetz drin steht, dass unterrichtende oder erzieherische Tätigkeiten grundsätzlich selbstständig anzusehen sind.

Nadine: Man stellt sich natürlich oft die Frage Was ist man selbst? Denn nur die wenigsten haben – wenn sie sich frisch selbstständig machen- wirklich nur EINE Aufgabe.
Bei mir ist es ja auch so: Vom Projektmanagement über Strategieberatung bis hin zu Webdesign. Das heißt, ich diskutiere das am besten noch einmal mit meinem Steuerberater?

[00:18:27] Markus: Entweder das, oder ich sag mal so, Du machst dir ja bei einer Unternehmensgründung darüber erst einmal wenig Gedanken. Du wirst erst davon erfahren, wenn dir die Gemeinde den Gewerbesteuer Bescheid zugeschickt hat.

Und dann ist der Zeitpunkt gekommen. Also ich weiß, das kann existenzbedrohend sein, weil du hast auch in der Gewerbesteuer eine rückwirkende Verjährung und die Tätigkeit (wenn du sie nun zehn Jahre ausgeübt hast) und dann wollen sie auf einmal 260 000 Euro Gewerbesteuer Nachzahlung. Puh… das kann es existenzgefährdend sein.
Meine Erfahrung ist allerdings, dass die Finanzgerichte einen vielleicht naturgemäß großzügigeren Maßstab an die Betrachtungsweise anlegen, weil diese nur an Recht und Gesetz gebunden sind.

Die entscheiden auf Grundlage dessen, was im Einkommensteuergesetz legal definiert ist. Und nach dem, was ihnen quasi an Information vorgelegt wird bzw. was sie ermitteln. Und da kann es durchaus sein, dass eine vollkommen abweichende Entscheidung getroffen wird.

Da fällt mir noch ein Beispiel ein:

Fall Nr. 3: Der Fotograf

Ich weiß von einem Fotografen, der sollte Gewerbesteuer nachzahlen. Das waren damals 120 000 Euro.

Und die Vorsteherin vom Finanzamt hat in der mündlichen Verhandlung zu ihm gesagt „Das sind ja schon tolle Bilder, die Sie da mache, aber es kann das kann ja irgendwie -mit dem richtigen Equipment- jeder“. Ich kann mich auch noch erinnern, dass der Vorsitzende Richter ihr dermaßen über den Mund gefahren ist und gesagt hat:

„Also mit Verlaub, was Kunst ist und was nicht Kunst ist, entzieht sich der Beurteilung auch durch dieses Gericht.“

Dann hat man drei, vier Jahre gebraucht. Von fünf Sachverständigen wurde die Freiberuflichkeit abgelehnt und der letzte hat es befürwortet.

Und man hat dann dem Fotografen als staatlich anerkannte Künstler betitelt und er musste die Gewerbesteuer nicht nachzahlen.

Nadine: Sehr gut

Markus: Sehr gerne, sehr bald wieder.

Hinweis:
Noch ein kleiner Hinweis am Rande. Bitte vergiss nicht, dass alle meine Inhalte keine Rechtsberatung darstellen. Meine Gäste und ich berichten lediglich über unsere Erfahrungen und geben dir persönliche Tipps. Wenn du allerdings auf der Suche nach rechtlicher Unterstützung bist, hör dir gerne die Folgen mit meinem Freund und Anwalt Markus an, um zu sehen, ob er dir vielleicht sympathisch ist und ihr zusammenarbeiten wollt. Und falls ja, schreib mir eine Mail an nadine@mama-business.de

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