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Wir haben heute ein spannendes Thema. Ich stehe ja auf das Thema Geld und Elterngeld gehört hier ebenfalls mit dazu.
Leider gehen viele von uns Mamas das Thema sehr naiv an und informieren sich kaum (Spoiler – auch ich;-)

Deshalb habe ich heute Elterngeld-Expertin Diana Leib eingeladen.
Wir sprechen über Elternzeit, Elterngeld und Selbstwert.

Mein ganz besonderes Highlight ist der Elterngeld-Trick!

Sei gespannt!

 

3 Fakten über Diana

  1. Fakt 1: Ich bin eine Scannerin, das heißt, ich sauge alle Infos auf wie ein Schwamm, will immer so einen Rundumschlag um alle Themen haben, gehe nicht ganz so tief in Sachen rein. Ich glaube, das hilft im Business ganz gut als Solopreneurin.
  2. Fakt 2. Ich bin sehr gesellig. Ich liebe es, mit meiner Familie im Garten bei Kaffee und Kuchen zu sitzen, Kaffeklatsch zu machen, wenn alle spielen oder aber Parties zu feiern mit der ganzen Familie.
  3. Fakt 3: Ich bin äußerst ehrgeizig. Ich wusste das schon immer, aber jetzt, wo ich mein eigenes Business habe, merke ich erst einmal wie ehrgeizig ich bin, wenn mir niemand mehr im Weg steht.

Frauen dürfen ganz klar signalisieren: Das ist ja eigentlich meines.

Wann hast du dich selbständig gemacht? Gab es einen AHA-Moment?

Diana: Ich habe drei Kinder im Alter zwischen 7 und einem Jahr und habe mich vor drei Monaten vollselbständig gemacht. Anfang 22 ganz spontan gewagt, aber der Werdegang war doch recht lang, also keine Nacht und Nebelaktion. Ich habe mich da sehr lange vorbereitet, aber den Termin hat eigentlich das Business selbst bestimmt, nämlich als es angefangen hat, mich zu überrollen. Da war mir dann klar, ich muss jetzt springen oder es lassen und dann bin ich gesprungen. Vorher habe ich 11 Jahre in einem Optik-Konzern gearbeitet und habe da Webseiten mitgestaltet, Services mitgestaltet, und davor habe ich mal studiert, ich habe eine Mischung aus Kunst und BWL studiert, also einmal Mediengestaltung und einmal Unternehmensführung. Rückblickend war das die beste Mischung, um das zu machen, was ich jetzt mache, aber das wusste ich damals natürlich noch nicht. Mittlerweile berate ich Vollzeit-Eltern zum Thema Elterngeld und veröffentliche digitale Produkte zu diesem Thema, um möglichst viele Eltern eben gut vorzubereiten.

 

Kommen mehr Mamas oder Papas zu dir in die Beratung?

Diana: Ja es kommen Papas, aber dann eher in „Vertretung“ für die Berechnung des Elterngeldes der Frau und sie kommen, wenn die Frau verhindert. Ich arbeite mittlerweile weniger in der 1:1-Beratung, es sei denn, es sind Spezialfälle. Ich biete hauptsächlich digitale Produkte an wie eBooks, PDFs, Videos usw.

Mein Tipp: Immer informieren und das Geld nicht ignorieren.

Was sind so typische Fragen, die immer wieder gestellt werden?

Diana: Viele denken, sie haben gar keinen Anspruch, das ist so das, wo ich immer anfange aufzuklären. Wenn du als Paar nicht 250 000.- Euro aufwärts verdient, dann hat man auf jeden Fall Anspruch. Deshalb hier immer informieren und das Geld nicht ignorieren.

Es ist oft nicht logisch und oft nicht fair – und ist leider nicht selten, wenn wir Leistungen vom Staat beziehen, dass es Fälle gibt, die ungerecht sind. Zum Beispiel, wenn Eltern Kinderkrankengeld beziehen für ein älteres Kind, wird das bei Angestellten vom Netto abgezogen und das kann sich dann im darauffolgenden Jahr im Elterngeld negativ widerspiegeln für das jüngere Kind und das ist irgendwie nicht logisch, wenn man weniger Geld verdient, weil man sein Geld zuhause betreut.

Unlogisch ist auch, dass die Höhe des Elterngeldes in den letzten 14 Jahren sich um 0 Euro angepasst wurde, die Inflation hat da ordentlich zugeschlagen.

Deshalb ist es so wichtig, seine Wege finden, um das Geld richtig zu nutzen. Was man hier beachten sollte, ist, dass man es gezielt beeinflussen kann. Wenn man das einmal verstanden hat, dass man nicht auf den Goodwill des Staates angewiesen ist, sondern mit guter Vorbereitung da Einfluss nehmen kann, dann zaubert das schon vielen Eltern ein Lächeln ins Gesicht, wenn sie hören, was noch möglich ist.

 

Gibt es da Grenzen nach oben?

Diana: Ja es gibt Bemessungsgrenzen für Alleinerziehende und Paare. Ansonsten sind es 65% vom letzten Kalenderjahr, aber auch gedeckelt bei 1800 Euro.

Wie ist es, wenn ich mehrere Kinder habe?

Diana: Es hängt natürlich davon ab, wann du wieder ins Arbeitsverhältnis zurückkehrst und ob in Teilzeit oder Vollzeit, aber ja, das kann beim nächsten Kind entsprechend deutlich geringer ausfallen und in der Folge kann es sein, dass es mit jedem weiteren Kind immer weniger Elterngeld geben kann.

Es gibt dann eben oft die Problematik, dass viele Frauen dann nicht zurück zu ihrem Arbeitgeber gehen, sei es wegen der fehlenden Betreuung der Kinder oder des Aufgabenbereichs, der sich dann – auch eben häufig in Teilzeit – nicht mehr so umsetzen lässt. Um so wichtiger ist es, das Elterngeld zu optimieren.

Wie ist denn der Unterschied zwischen Eltern im Angestelltenverhältnis und in der Selbständigkeit? Auf was muss ich da achten?

Diana: Bei Angestellte werden die letzten 12 Monate vor dem Mutterschutz berücksichtigt. Bei Eltern, die selbständig sind, wird das letzte Kalenderjahr berücksichtigt. Generell sollten Selbständige ihr Elterngeld noch besser planen, also Gewinn und Ausgaben des Unternehmens im Auge behalten und optimalerweise nicht erst beim positiven Schwangerschaftstest.

Also immer dann, wenn ein Kinderwunsch besteht, sollte man sich mit dem Elterngeld beschäftigen.

Kann ich während der Elternzeit etwas dazuverdienen? Wird mir etwas abgezogen?

Diana: Man darf grundsätzlich arbeiten, man kann dazuverdienen. Das Problem ist immer, wann fliesst Geld rein, da es Lebensmonat genau, also vom Tag der Geburt an berechnet wird. Die Elterngeldstelle prüft da sehr genau und es kann zu Nachberechnungen kommen.

Gut zu wissen ist, dass es einen Unterschied zwischen Basis-Elterngeld und Elterngeld Plus gibt.

Basis-Elterngeld sind diese üblichen 12 Monate mit dem Höchstsatz, der einem zusteht. Der/Die Partner:in kann noch 2 Monate dazunehmen.

Beim Elterngeld Plus wird der Zeitraum verdoppelt, die Auszahlungssumme halbiert und in dieser Zeit kann man aber dazuverdienen. Das ist eher für Eltern, die regelmäßige Einnahmen haben, aber im niedrig-verdienendem Bereich arbeiten. Da zählen auch die Ausgaben, es geht immer um den Gewinn, den muss man immer im Auge behalten. Das zu planen ist die Kunst.

Du schreibst auf deiner Website über einen Elterngeld-Trick. Was genau verbirgt sich dahinter?

Diana: Dahinter steckt meine eigene Entdeckung. 2016 als meine zweite Tochter auf die Welt kam, durfte ich davon profitieren – so ganz aus Versehen. Ich habe mich 2015 nebenberuflich selbständig gemacht und eine einzige Rechnung geschrieben für einen Workshop und das wars dann, weil ich dann schwanger wurde und out of order war.

Später stellte sich heraus, dass ich dadurch das gleiche Elterngeld wie bei meinem ersten Kind bekommen habe. Und das waren über 5000 Euro Unterschied und das nur wegen dieses einen Workshops. Das habe ich dann aufgeschrieben und so hat sich dieser Elterngeld- Trick in die Welt verbreitet, nämlich durch diese Selbständigkeit im richtigen Zeitraum, um dann zu optimieren, im Bemessungszeitraum zu schieben, auf einen besseren Zeitraum. Und welcher der bessere Zeitraum ist, ist natürlich für jeden unterschiedlich. Das ist dann die Kunst zu wissen, welcher das ist. Das ist der Elterngeld-Trick.

Wie lautet der Elterngeld-Trick zusammengefasst?

Diana: Der Merksatz lautet: Als erneut schwangere Mutter – wenn zwischen den Kindern 2 bis 3 Jahreswechsel liegen – dann nebenberuflich selbständig machen.

Wenn Bürokratie und Begriffe verwirren… Wie erlebst du das?

Diana: Das ist wirklich verwirrend und ich wünsche mir da mehr Aufklärung. Es gibt einen Unterschied, ob Mütter in Teilzeit in der Elternzeit arbeiten, was ja bis 30 Stunden die Woche möglich ist oder in Teilzeit nach der Elternzeit arbeiten: Viele Mütter kommen nach der Elternzeit wieder zum Arbeitgeber und lassen sich in Teilzeit anstellen. Aus dieser Teilzeitstelle dann wieder in Vollzeit umzuswitchen ist deutlich schwieriger, auch wenn betriebliche Änderungen anstehen, werden Teilzeitkräfte deutlich schneller als ersetzbar wahrgenommen als Vollzeitkräfte.

Besser ist also Teilzeit in Elternzeit statt Teilzeit nach Elternzeit. Der Kündigungsschutz ist besser, man ist flexibler mit der Wochenarbeitszeit und es gibt viele andere Vorteile.

Wichtig ist auch, sich darüber klar zu werden, dass so lange du in Elternzeit bist, eben auch Rentenpunkte vergeben werden.

Ist Elternzeit und Elterngeld noch immer ein reines „Mama-Thema“?

Diana: Dazu kann ich wenig sagen, weil zu mir ja eher Mamas kommen wegen des Elterngelds, die Väter kommen dann eher in Vertretung zu mir oder wenn sie den Elterngeld-Trick selber anwenden wollen. Ich versuche in meinen Beratungen Väter davon zu überzeugen, die Möglichkeiten zu nutzen, allerdings ist oft das Ehegattensplitting ein Problem. Die Mütter haben schon wenig Einkommen und dann kommt das Hauptargument, dann fällt das hohe Einkommen des Mannes auch noch weg, wenn er in Elternzeit geht.

Ja, wenn man sich vorher selbst so kleingerechnet hat und ihn so großgerechnet hat, ja dann ist es wirklich ein Problem. Ich helfe dann, indem ich versuche, das Familieneinkommen zu betrachten und nicht ob er oder sie jetzt das Geld verdient. So gibt es dann ab und an, dass ein Vater mehr als die üblichen zwei Monate nimmt, aber ich habe es ehrlich gesagt schon sehr oft, dass die Väter keine Elternzeit nehmen und kein Elterngeld beziehen.

Wir haben es damals beim zweiten Kind so gelöst, dass wir die Partnerschaftsbonusmonate genommen haben, also beide in Teilzeit gearbeitet haben. Mein Mann hatte 2 Monate volle Elternzeit und ist danach noch 1 Jahr in diesem Teilzeitmodell geblieben. Das war gut für uns, weil wir beide parallel noch im Master studiert haben, sonst hätten wir das beide gar nicht geschafft, wenn wir noch mehr gearbeitet hätten. So konnte er das Thema Teilzeit ausprobieren und ich kann nur alle Eltern dazu ermutigen, wenn Teilzeitarbeit möglich und sinnvoll organisierbar ist, es auszuprobieren.

Mindset und alte Rollenmuster erschweren dieses Thema nach wie vor. Es fehlen Role-Models, die es uns positiv vorleben, oder?

Diana: Ja richtig. Zum Thema Mindset möchte ich noch ergänzen, dass ich immer wieder in Gesprächen mit den Müttern feststelle, dass gerade die Väter skeptisch sind, eine Elterngeldoptimierung vorzunehmen und Zeit zu investieren, um sich weiter zu informieren. Ich frage dann konfrontativ, ob es ihr Elterngeld ist oder das Geld der Frauen und sie hatten sich entschieden, sich zu informieren. Punkt. Und da dürfen Frauen ganz klar signalisieren: „Das ist ja eigentlich meines.“ Und eines ist doch vollkommen klar: Wenn wir von einem Höchstsatz von 1800 Euro für das erste Kind sprechen und 300 Euro Mindestsatz für das zweite Kind, dann lohnt es sich bei einer Differenz von 1500 Euro auf jeden Fall, 2 Tage zu investieren. So einen outcome gibt es in der Steuererklärung nicht.

Wie kann man denn mit dir in Kontakt treten, was sind deine Angebote und was kosten sie?

Diana: Ich veröffentliche regelmässig digitale Produkte für Standardfälle, die kann man über meine Website https://zweitoechter.de/ ansonsten bin ich auch auf Instagram sehr aktiv https://www.instagram.com/zweitoechter/ da kann man mir folgen und viele gute Tipps schon mal mitnehmen.

Ansonsten mache ich 1:1 Beratungen, aber nur für Spezialfälle wie zum Beispiel bei einer Elternzeit mit dem 5. Kind. Da ist schon viel Transfer-Arbeit zu leisten. Wir schauen uns den Fall an, gehen den Eltengeldantrag durch, sprechen über Zuverdienst, über die Selbständigkeit, die im Hintergrund läuft und alle Fragen, die sich darum ergeben. 25 Minuten Telefon-Beratung kosten 99,- Euro mit mir. 45 Minuten Online-Beratung mit Antrag ausfüllen kosten 159 Euro und die Zeit reicht. Viele haben Angst, dass die Zeit nicht reicht, aber ich habe das schon 1300 mal gemacht, ich weiß, dass es reicht und dass wir es schaffen.

Mit meinen Produkten bin ich bisher sehr gut gefahren, aber ich glaube, dass es mit Videoinhalten nochmals besser und effektiv sein kann. Ich habe erstmal mein aktuelles Produkt verbessert, der Online-Kurs ist in der Pipeline und die Nachfrage ist so groß, dass ich den jetzt finalisiere. Parallel skaliere ich mein Business, weil ich das nicht mehr alles selbst machen kann. Ja es ist schon aufregend. Eine große Aufgabe und da freue ich mich drauf.

Was ist so dein größtes Learning aus der Selbständigkeit?

Diana: Ich glaube, was wichtig ist, sich frühzeitig eine:n Steuerberater:in zu suchen, damit es hinten raus nicht ganz nervig wird. Das habe ich auch so gemacht, aber um ein Online-Business zu gründen: Go with the flow irgendwie auch. Hör auf deinen Kund:innen zu, was brauchen sie, bleib immer schön in Kontakt mit ihnen, deshalb mache ich die Beratungen auch so gerne und auf jeden Fall auch weiter, weil es für mich immer wieder eine Rückversicherung ist, was ist da los und kann meine Produkte damit auch stetig verbessern und mit dem Flow auch mitzugehen und zu sagen und nur weil ich vor drei Monaten gesagt habe, ich werde nie xxx machen, nee ich mache es aber jetzt trotzdem. Das ist hier keine Charitiy, ich will damit Geld verdienen und will Menschen helfen mit meinen Produkten, aber es muss sich für mich natürlich auch lohnen. Wenn ich merke, dass sich das nicht mehr richtig anfühlt, dann muss ich das ändern. Das tue ich dann auch und stehe dazu.


Mehr zum Thema Elterngeld findest du auf Dianas BLOG: https://zweitoechter.de/

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