Warum müssen Körper & Seele im Einklang sein, Dr. Franziska Rudolph?

dr franziska rudoph
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Heute ist Franziska zu Gast, die als Ärztin endlich einmal anspricht, was die meisten von uns Mamas schon lange realisiert haben. Damit es uns gut geht, müssen Körper UND Seele gesund sein. Was genau sie damit meint und weshalb sie für diese Einstellung die klassische Mediziner-Laufbahn verlassen hat, erfahrt ihr jetzt.

Wer bist du, Dr. med. Franziska Rudolph?

Ich bin Mama von 2 wundervollen Kindern, mittlerweile 6 und 9 Jahre alt, Hundemama und Ehefrau. Ich habe Medizin studiert und 5 Jahre als Frauenärztin gearbeitet. Bereits im Studium fehlte mir die ganzheitliche Sicht auf den Menschen und vor allem der Fokus auf unsere Gesundheit, das Gesundbleiben.
Während meiner Zeit in der Klinik wurden die Fragen immer lauter und gleichzeitig rückte die Antwort in immer weitere Ferne, weil ich selbst in diesem System krankte. Ich brannte aus und verstand immer mehr, dass mein Herz eben der ganzheitlichen Medizin gehört. Im Januar 2020 machte ich mich selbstständig und begann mit meiner Arbeit für neue Arbeitswelten in der Medizin und durfte mit meinem ganzheitlichen Gesundheitscoaching tolle Menschen unterstützen. 

Tschüss klassische Medizin

Der Auslöser war so banal, wie bezeichnend für meine Zeit in der Klinikmedizin. Eine Kollegin, mit der ich bis dahin sehr eng zusammen gearbeitet hatte, beschwerte sich bei unserem Chef, dass ich sie alle Arbeiten verrichten lasse und mir selbst nur die Perlen rauspicken würde. Das traf mich. Sehr sogar. Ich fragte mich, was dran ist, an den Vorwürfen und redete mit der Kollegin und tatsächlich ist mittlerweile egal, wer welche Schuld in diesem Szenario trug, mittlerweile verstehe ich noch besser, wie es dazu kam, dass eine von mir sehr geschätzte Kollegin so in den Rücken fiel. Sie war überarbeitet, wurde übergangen.

Körper & Seele

Von der klassischen Medizin wird das Thema Psyche leider oft immer noch sehr losgelöst vom Körper behandelt. Trotz dem Trend in Richtung chinesischer Medizin und der Offenheit gegenüber Homöopathie. Denkst du, dass sich die Einstellung mit den jüngeren Generationen ab den 80ern gerade ändert, da wir einfach offener sind? 

Ich glaube, dass wir eine sehr aufgeklärte Gesellschaft sind. Im Internet haben wir alle Zugang zu medizinischem Fachwissen. Es gibt immer wieder Patienten, die sind größere Experten für ihre Symptome oder Erkrankungen als ihr betreuender Arzt. Es geht also nicht mehr nur darum aus Symptomen und Laborwerten eine Diagnose zu stellen und eine Therapie zu verordnen.
Mit all dem Wissen gibt es nun immer mehr Menschen, die wirkliche Heilung suchen und immer weiter an die Wurzel ihrer Symptome vordringen.

Tatsächlich gehen so auch die Tradtionell Chinesische Medizin (TCM) oder auch die Ayurvedische Medizin vor. Sie sehen ein Symptom und betrachten es ganzheitlich, sehen den Menschen ganzheitlich in seiner Umwelt. Ob die Menschen offener sind? Vielleicht. Vor allem sind sie aufgeklärter, weil Wissen frei zugänglich ist.

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Führen psychische Erkrankungen zu körperlichen Problemen?

Ist an dieser Aussage etwas dran oder geht das dann doch zu weit? 
Da ist aus meiner Sicht auf jeden Fall etwas Wahres dran. Jedoch würde ich nicht von „psychischen Problemen“ sprechen. Ich nenne es gerne seelische Gesundheit, weil sich viel mehr Menschen damit identifizieren können und ich habe das Gefühl, dass auch die Relevanz, wie schnell unser Körper aus dem Gleichgewicht geraten kann, greifbarer wird.

Die eigene seelische Gesundheit hängt sehr mit dem eigenen Selbstwert zusammen. Wie glücklich bin ich mit mir und mit meinem Leben?

Und weiter:

  • Wie gut sorge ich für mich?
  • Wie gut nähre ich meinen Körper?
  • Wie bewege ich meinen Körper?
  • Was tue ich für meine Seele? 

Bei einer dauerhaft ungünstigen Ernährung, jahrelang mangelnder Bewegung und kontinuierlichen Ignoranz seinen eigenen Bedürfnissen gegenüber, wird jeder von uns krank. Und ganz unspirituell und sehr wissenschaftlich betrachtet, führen hyperkalorische, unausgewogene Ernährung und mangelnde Bewegung zum metabolischen Syndrom, welches wiederum in Diabetes, hohem Blutdruck usw. enden wird.

Wie soll Medizin in Zukunft geleert werden?

Eine so spannende Frage und mir fallen direkt die beiden Veränderungen ein, für die ich mich jeden Tag stark mache. Die Medizin muss präventiver werden. Wir sollten bereits im Studium mehr Fokus auf Gesundheit legen und die Gesunderhaltung. Ein zweiter wichtiger Teil ist die persönliche Entwicklung jedes einzelnen in der Medizin. Das Ego hat in der Medizin nichts verloren, es ist gar gefährlich für unsere Patienten. Leider ist die Medizin althergebracht sehr hierarchisch, sehr funktional und wenig menschlich. Dafür werden wir im nächsten Jahr ein Projekt starten, welches die Bereiche Führung, Kommunikation, Business und Persönlichkeitsentwicklung in die Arztrolle integrieren soll, um so die Gesundheit von uns Ärzten und natürlich auch die medizinische Versorgung wertschätzender zu gestalten.

Das Problem der Vereinbarkeit

Betrachten wir mal den Alltag einer Mama. Irgendwo zwischen Kind, Familie, Haushalt und Beruf verlieren sich viele Mütter selbst. Das Thema Selfcare steht meist hinten an – auch weil wir es von den älteren Generationen so übernommen haben und „sich aufopfern“ wichtiger sei als das eigene Wohlbefinden. Wie siehst du das? 

Für mich immer noch eine echte Herausforderung: Erst Ich, dann alles andere.

Es gibt so viele wunderbare Frauen und Mütter da draußen, die unheimliche Expertinnen auf ihrem Gebiet sind und die geniale Ideen haben. Für mich gehört das Leben der eigenen Vision absolut zur Selbstfürsorge dazu! Genauso, wie es für mich dazu gehört, dass wir als Unternehmerinnen, Führungskraft, Ärztin, Anwältin, Richterin niemals auf das Mamasein verzichten müssen, wenn wir das Gefühl haben, dass es zu unserem leben dazu gehört.

Wir können alles sein und müssen gar nichts. Da fängt Selbstfürsorge an.

Sich im Alltag nicht selbst zu verlieren, ist dann einfach die nächste Herausforderung. Immer wieder Zeit für sich einzufordern, kleine Rituale für sich selbst nicht im Familienalltag untergehen zu lassen und Auszeiten trotz des schlechten Gewissens wirklich für sich umzusetzen.
In Teil 1 bin ich bereits sehr gut und auch sehr klar.
Bei Teil 2 übe ich weiterhin jeden Tag ein bisschen besser zu werden. Einen großen Teil nehmen dabei natürlich die Bereiche Ernährung und Bewegung ein, welche ich bereits seit mehreren Jahren gut auch als Mama integriert habe.

Meine größte Herausforderung sind Auszeiten, ich bin ein Workaholic, weil ich liebe was ich tue. Ich darf da auch mal gebremst werden, zB. durch einen harschen Kommentar meines Mannes 🙂 Wie gesagt, ich darf weiter üben in liebevoller Selbstfürsorge!

Höre auf dein Bauchgefühl

Mamas lassen sich die ersten 1-2 Lebensjahre ihres Kindes durch diese riesige Informationsflut in Sachen Medizin völlig verrückt machen. Am Ende fühlt sich die Impfgegnerin genauso schlecht wie die Befürworterin und keinem ist geholfen. Meinst du, wir sollten vielleicht ein wenig mehr an unsere Instinkte appellieren und uns von den Medien weniger beeinflussen lassen?

Das Mamasein ist naturgegeben. Ebenso wie die Instinkte, die uns spüren lassen, wenn es unserem Kind nicht gut geht. Ich bin überzeugt davon, dass jede liebende Mama nur das beste für ihr Kind entscheidet. Ich kann als Ärztin beraten und Für und Wider aufzeigen und nach der Entscheidung begleiten. Urteilen ist nicht meine Aufgabe und auch nicht die unserer Nachbarn, Eltern, Kollegen, Freunde ... Das ist eher ein gesellschaftliches Problem und die Verunsicherung der jungen Mutter habe ich auf der Wochenstation immer besonders bedauert, weil es die so schöne erste Zeit mit Sorgen um das Falsch machen belastet hat. 

Franziskas Tricks um Körper & Seele im Gleichgewicht zu halten

Meinem Körper gebe ich die Nahrung, die ihm guttut und ich bewege ihn regelmäßig. Ich meditiere regelmäßig und lerne jeden Tag Neues, so fordere ich meinen Geist.
Für meine Seele treffe ich klare Entscheidungen, schnell und für mich, aus dem Bauch heraus. Für mich gibt es kein festes Ziel. Ich sehe das Leben als Weg und nehme jede Herausforderung an. Es gibt also keinen Trick. Es gibt nur Deinen Weg und immer neue Herausforderungen, an denen wir wachsen dürfen.

Mehr über Franziska findest du auf ihrer Website

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