Überforderung aka. Mental Load

ueberforderung-mental-load

Das Titelbild habe ich schon weit vor Corona Zeiten ausgesucht und in die Schublade zum Thema “Mama kann nicht mehr” gepackt. Und jetzt passt es wie die Faust auf´s Auge.
Es gibt Tage, da wirst auch du nicht mehr wissen, wo Rechts und Links ist, oder?
Bevor man Mama wird, waren diese Tage ganz sicher seltener. Mit Kind(ern) geht es plötzlich wieder um viel mehr klassische Themen im Haushalt. Waschen ist so ein Thema. Auch Kochen wird zur neuen Herausforderung (wenn man wie wir sehr gerne scharf und asiatisch isst). Und über Aufräumen und putzen sprechen wir am besten erst gar nicht. Das sind zwar alles Aufgaben, die auch ohne Kind schon angefallen sind, aber der Unterschied ist doch riesengroß, wenn der Hauptverursacher nicht mehr man selbst ist.

Zu meinen Angestellten-Zeiten war der Kühlschrank manchmal eine Woche lang leer. Mein Mann war arbeiten und ESPRIT hatte die beste Kantine der ganzen Welt. Frisches Frontcooking, schon morgens belegte Biokörner-Brötchen mit Rührei und von Kaffee & Kuchen sprechen wir noch gar nicht. Ich hatte absolut keine Notwendigkeit gesehen, einzukaufen.
So machten Kochexperimente an den Wochenenden Zuhause auch noch viel Freude.

Aktuell ist das 3-mal-am-Tag-Essen-machen-müssen einfach nur lästige Pflicht und ich habe alle Freude daran verloren.

Aber meckern bringt keinen von uns weiter, also sprechen wir doch heute mal über mögliche Lösungen.

Ich habe für mich 5 Regeln definiert, um dem Thema “Mama-Zeitmanagement” Herr zu werden.
Vielleicht passen diese auch für dich?

1. Schraube deine Ansprüche herunter
Keine Ahnung warum wir Frauen immer gerne alles perfekt haben wollen. Aber das bringt dich an Tagen mit langer TO DO Liste einfach nicht ans Ziel. Wenn zwischen Homeoffice, Homeschooling und Haushalt irgendwie noch Essen auf dem Tisch stehen muss, dann darf das in solchen Zeiten auch mal aus der Tiefkühltruhe kommen. Basta.
Auch die T-Shirts müssen nicht unbedingt ein Bügeleisen von unten sehen, meinst du nicht?
Jeden Abend wird aufgeräumt? Aber warum eigentlich?
An der ein oder anderen Stelle wird es deinen Nerven nämlich sehr guttun, Fünfe gerade sein zu lassen.

Neue Situationen erfordern nun mal neue Regeln. Mit Kind geht die gewohnte Struktur flöten. Das liegt in der Natur der Menschen. Das Gleiche aktuell mit Corona: Von uns zu erwarten, dass Eltern im Homeoffice auch noch ihre Kinder bespaßen können, ist ein schlechter Scherz (zumindest in der Altersklasse 2-8).

Die Lösung:
Du musst die Situation annehmen, wie sie eben ist. Das ist hart aber nur, wenn du das akzeptierst, öffnest du dich für Alternativen.


Du wirst weder Corona heilen noch wird dein Kind über Nacht plötzlich zum Freund 5000teiliger Puzzle werden, das es in deiner Arbeitszeit stillschweigend zusammenklickt.

Nimm es hin, räume erst morgen die Spülmaschine aus und gönn’ dir heute Abend einen lustigen Film mit deinem Partner. Egal ob vor euch schmutzige Socken oder 3 Meter Bügelwäsche liegen oder nicht.

2. Nimm Hilfe an
Du möchtest anderen Menschen nicht zur Last fallen? Das kann ich zu 100% nachvollziehen. Doch auch hier gilt – neue Situation, neue Denkansätze. Wenn sich irgendwo ein klitzekleines Angebot anschleicht, das dir den Alltag erleichtern könnte, schnapp zu!
Ob nun die Oma für euch (vor)kocht oder eine befreundete Mama anbietet, dass dein Kind zum Spielen auch alleine zu ihnen kommen dürfe. Why not?

Und warum kannst du nicht aktiv Vorschläge machen? Vielleicht findet eine befreundete Mama die Idee des “child-sharing” auch ganz nett und ihr wechselt euch mit der Betreuung ab?

3. Finde Gleichgesinnte
Wenn du ausschließlich von Mamas umgeben bist, die über ihre Berufung als Hausfrau und Mutter schwärmen, wird das dazu führen, dass du dich nur noch schlechter fühlst. Jede Frau ist anders und jede hat andere Prioritäten. Für die einen ist die Arbeit eben nur Mittel zum Zweck, aber für dich als selbstständige Mama ist die Arbeit ein Stück Selbstverwirklichung und hat damit einen völlig anderen Stellenwert im Leben.
Das bedeutet natürlich nicht, dass du nur Freunde haben solltest, die auch selbstständig sind, aber du wirst feststellen, dass die Gespräche über deinen Arbeitsalltag mit Gleichgesinnten mehr Verständnis hervorbringen.
Deshalb dreh den Spieß doch einfach um und lerne dich nicht so sehr von der Haltung anderer beeinflussen zu lassen. Dein Weg ist genau für DICH der richtige. Du musst niemanden davon überzeugen, dass dieser zu jeder Mama passt. Aber fordere im Umkehrschluss von anderen auch genau dieses Verständnis zurück und lasse sie deinen Weg nicht infrage stellen.

4. Kaufe dir Hilfe ein
Solltet ihr bereits eine Haushaltshilfe haben, könnte sie (oder er) sich aktuell mehr um die täglichen Aufgaben als um das Thema Putzen kümmern. Das wär´ doch was, oder? Anstatt jede Woche das Haus oder die Wohnung zu putzen, wäre es momentan doch eine größere Unterstützung, die Küche sauber zu halten und die Wäsche zu machen.
Falls noch niemand in deinem Haushalt unterstützt, könntet ihr darüber nachdenken, ob an anderer Stelle Geld für dieses “Projekt” einspart könnt (z.B. bei Versicherungen, essen gehen, rauchen, Kosmetik, Shopping…)?

Das Gleiche gilt für deine Arbeit. Hast du schon einmal was von VAs gehört? Das sind virtuelle AssistentInnen, die dir Themen aus deinem Arbeitsalltag abnehmen. Von der Buchhaltung über Social Media Posts bis hin zu Telefondiensten für deine Anrufer. Natürlich kosten sie Geld. Du kannst zum Start auch nach Praktikanten suchen (Hilfe gibt´s in Facebook-Gruppen wie hier oder hier).

Vielleicht bist du auch noch nicht so weit, für diese Hilfe Geld auszugeben. Das Schöne daran ist aber, du kannst es für ein einzelnes Projekt einmal testen. Du stellst hier niemanden fest ein, sondern VAs arbeiten auf Rechnung für dich und sind ebenfalls selbstständig.
Denn merke dir eins: Auch deine Zeit ist bares Geld wert. Und wenn du dich viel zu lange mit Themen beschäftigst, in denen du nicht besonders gut bist, ist es unterm Strich manchmal sogar günstiger, diese Arbeit extern zu vergeben und in der “freien” Zeit der Arbeit nachzugehen, für die man dich wiederum bezahlt. Think about it 😉

5. Gönne dir kleine Auszeiten
Auch wenn es schier unmöglich scheint – irgendwo musst du dir kleine Lücken in der Woche schaufeln, die nur dir alleine gehören. Ob zum Lesen, Nägel machen, für den Sport oder zum Quatschen. Genau in diesen Zeiten tankst du Energie, die du für Familie und Job benötigst.
Denn beobachte doch mal, wie viel gereizter du bist, wenn dieser Ausgleich fehlt. Und wer bekommt deine Laune am Ende des Tages ab? Genau, deine liebsten Menschen zu Hause.

das bisschen haushalt

Sorry für folgenden Ohrwurm;-).

Denn immer, wenn ich über das Thema Mental Load nachdenke, kommt mir dieses Lied in den Kopf. Sofern du vor den 90gern geboren bist, wirst du es sicher auch noch kennen.

Achtung, los geht´s:

DAS BISSCHEN HAUSHALT MACHT SICH VON ALLEIN, SAGT MEIN MANN…


Und wer es nicht kennt, kann hier reinhören.

Diesen Beitrag teilen:

Schreibe ein Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

This site is protected by reCAPTCHA and the Google Privacy Policy and Terms of Service apply.