Kind oder Kunde?

MAMA BUSINESS Kind oder Kunde

Was für eine dämliche Frage. Natürlich immer zuerst das Kind.

Aber wenn ich nun einmal um 15.25 Uhr ans Bürotelefon gehe, muss ich eben auch damit rechnen, dass der Kunde mir länger als fünf Minuten mitteilen möchte, was ihm gerade querschießt.

Schon nach dem ersten Satz ist mir mal wieder klar, wo das Problem nun eigentlich liegt- nämlich bei mir!

Es zwingt mich wirklich niemand, den Hörer abzuheben. Es ist nicht wie früher im Großraumbüro, indem dich jeder ansieht, wenn dein Telefon unbeantwortet weiter klingelt. Denn keiner außer mir ist im Büro. Es sind meine eigenen vier Wände und nur ich bin hier der Boss. Keine versteckte Kamera oder sonstige Seltsamkeiten. Ich kann ran gehen. Oder es schlicht und einfach sein lassen.

Aber warum tue ich es dann nicht?

Weil ich mich immer verpflichtet fühle.

Verpflichtet, meine Aufträge sofort umzusetzen. Die Tür zu öffnen, wenn es klingelt. Oder eben ans Telefon zu gehen- auch wenn ich einen Anrufbeantworter habe.

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Denn ich bin ja in der Sekunde nun mal da. lch KANN ran gehen. Warum sollte ich es also nicht auch tun?

Nun hebe ich den Hörer ab. In der Hoffnung, dass nicht allzu viele Infos durch die Leitung schwappen werden. Oft tun sie das auch nicht. Aber im worst case (und wenn ich nicht parallel Dinge notieren oder in einem Programm etwas nachsehen muss), endet das Gespräch vielleicht auch erst vor der Kindergartentüre.

Andere Mamas ziehen an dir vorüber und von innen schauen Kinder(gärtnerInnen) zu dir heraus.

Irgendwie verrückt. Warum mache ich mir darüber überhaupt Gedanken?

Mein Sohn geht gerne in den Kindergarten und ich kann wirklich an einer Hand abzählen, wie oft ich ihn später als geplant abgeholt habe. 15:30 Uhr haben wir uns irgendwann mal selbst als Ziel gesteckt. Warum auch immer. Egal wann wir ihn am Morgen dort abgeben. Einfach weil meine Mutter und Oma diese klaren Informationen benötigen.

Strukturen, Grenzen und Leitlinien.

Damit bin ich groß geworden und es hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Und das ist auch gut so.

Aber genauso sollte es mir doch möglich sein, mich ab und zu davon zu befreien. Ein klein wenig zumindest.

Ich selbst brauche auch Strukturen. Für mich ist es überhaupt kein Problem, mich morgens (angezogen!) ins Homeoffice zu setzen und um 09.00 Uhr mit der Arbeit zu beginnen.

Der Kleine ist im Kindergarten und der Kunde wird zum König. Völlig in Ordnung. So darf es sein. Es läuft alles immer so lange rund, bis es kurz vor der „Abholzeit“ ist. Erst dann klopft das Gewissen wieder an.

Und das darf es auch. Ich muss ja schließlich nicht darauf hören.

Wenn ich ein Projekt um 15:00 Uhr abschließe, kann ich auch früher in den Kindergarten gehen. Wo ist das Problem?

Es gibt keines. Ende Gelände. Alles hausgemachte, unnötige Gedanken.

Mach‘ du bitte nicht denselben Fehler wie ich!

Kein Mensch muss aus solchen Gründen ein schlechtes Gewissen haben.

Wenn du dich nun einmal für beides entscheiden möchtest – also Kind und Beruf, dann ist das völlig in Ordnung. Du wirst es schaffen, beiden Seiten gerecht zu werden. Dein Kind wird am Ende nicht fragen, warum du den Kunden ihm vorgezogen hast.

Und der Kunde lässt dich ganz sicher auch nicht wissen, dass er lieber mit einer Single Mom arbeiten möchte.

Und wenn er das doch tut. Nutze die nächste Gelegenheit, ihm mitzuteilen, dass er keinesfalls bei dir bleiben muss.

Dein Kunde sollte DICH schätzen. Als Mensch und Ideengeber. Nicht deine Lebensumstände.

Hier akzeptiere ich mittlerweile keine Klischee-Kommentare mehr und kontere.

Es dauerte ein wenig, bis ich mir das leisten konnte. Aber es funktioniert. Und ich lasse keine dummen Mama-Kommentare von Kunden mehr zu.

Also tu du das bitte auch nicht.

Erniedrigung ist keine Art der Zusammenarbeit und nichts anderes sind diese dämlichen Macho-Kommentare nun einmal.

Stehe zu deiner Entscheidung. Du kannst definitiv beides haben. Karriere und Kind. Und du kannst dabei trotzdem du selbst bleiben.

Versuch´ es doch einfach einmal…

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