Kein Branding, keine Seele

mama business branding

“Marke ist das, was andere über dich sagen, wenn du nicht im Raum bist”

Jeff Bezos (Amazon)

Kennst du das: Du hast schon einige Marketing Projekte hinter dich gebracht aber es tauchen jedes Mal wieder die gleichen Probleme auf? Welche Überschrift nehmen wir denn nun für den Flyer und warum ist das Logo pixelig, wenn ich es vergrößere?

Bei der Erstellung einer Kampagne stellt sich die Frage nach den Bildern. Welche passen zum Unternehmen und wählt man eher Fotos oder Illustrationen? Und in welcher Farbe?

Und warum immer wieder die gleiche Diskussion, welche Schrift nun am besten zu der aktuellen Aktion passen könnte?

Ganz ehrlich? Darüber kann ich nach hunderten Kampagnen und Marketing-Schnellschüssen, die ich seit meiner Zeit bei ESPRIT und DEPOT miterleben durfte, nur den Kopf schütteln.

Denn gerade, wenn es mal wieder schnell gehen muss und am besten die Plakate über Nacht noch in den Druck gehen, sollte es nicht am Look scheitern.

Jede Kampagne bei Null starten.

Warum solltest du das? Wer macht sich schon gerne unnötige Arbeit, wenn es mit etwas mehr Zeit und Nachdenken eine gute Vorlage geben kann, die du immer und immer wieder aus der Schublade ziehen kannst?

Eben. Klingt doch irgendwie vernünftiger, oder?

Deshalb starten wir ganz vorne. Bei deiner Zielgruppe.

Es klingt irgendwie so logisch und banal, aber gönn´ dir den Spaß und frage Unternehmer mal nach ihrer Zielgruppe. Du wirst erstaunt sein, wie oft es darauf keine klare Antwort gibt.

Wie willst du nun aber Marketing betreiben, wenn du gar nicht weißt, für wen du das alles tust?

Eine Oma erwartet doch sicherlich einen anderen Look und eine förmlichere Ansprache als eine Studentin. Oder was meinst du?

Und warum zum Geier solltest du Geld für Marketing aus dem Fenster werfen, nur weil du deine Hausaufgaben am Anfang nicht gemacht hast? Das führt nur zu teuren Streuverlusten, wie du sie aus deinem Briefkasten kennst, wenn dort mal wieder ein Spendenbrief an “Menschen mit Herz” zu finden ist.

OK, das Beispiel war vielleicht zu hart. Nehmen wir den 20sten Pizza Flyer, der direkt im Müll landen wird. Oder eben jede Art von Werbung, die mit der Gießkanne an einfach jeden verteilt wird.

Richtig wäre der Ansatz, seine Wunschkunden zu kennen und zu Beginn der Gründung zu definieren.

Ich sage bewusst Wunsch- und nicht Zielkunde, da sich doch jeder gerne seine Kunden aussuchen würde.

Warum solltest du es auch nicht so machen? Sicherlich spielen Faktoren wie die Kaufkraft auch eine entscheidende Rolle, aber es gibt schließlich Möglichkeiten, sich seinen Wunschkunden erst einmal zu backen, um ihn dann hier und da noch ein wenig zurecht zu kneten.

Step 2: Der Name

Du hast gegründet. Es gibt einen Namen und vielleicht die Idee zu einem Logo. Im besten Fall hast du auch vorab recherchiert, ob der Name schon von einem anderen Unternehmen (gleicher Branche) eingesetzt wird und die Domain sowie die Social Media Profile noch frei sind.

Wenn das erst einmal hinter dir liegt, ist schon ein gutes Stück vom Berg erklommen.

Der Name muss sich richtig anfühlen. Er muss zu dir und deinem Thema passen, denn du musst ihn ab jetzt immer und immer wieder selbstbewusst aussprechen. Am Telefon, vor deinen Kunden, in deiner Familie.

Ob du dir einen Namen nun sichern möchtest oder nicht, liegt ganz bei dir. Bei der IHK (oder anderen Institutionen, die zum Thema Gründung beraten) kannst du dich hierzu kostenlos von einem Anwalt über deine Möglichkeiten informieren und danach erst entscheiden. Wenn du dich selbst um das Thema Markeneintragung kümmern möchtest, wird dich das ca. 400€ kosten. Gemeinsam mit einem Anwalt gibt es diese Leistung ab ca. 700€.

Step 3: Die Schrift

Ob als Teil des Namen & Logos oder einfach nur für Überschriften und Fließtexte. Bitte lass dich inspirieren, welche Schriften zu deinem Unternehmen passen. Es gibt Schriften, die du dir kaufen kannst (damit sie dir im besten Fall nicht immer wieder bei anderen Unternehmen über den Weg laufen. z.B. bei MyFonts). Und es gibt kostenlose Schriften, die jeder nutzen kann (z.B. Google Fonts).

Ist dein Unternehmen eher jung, eher feminin oder in einer sehr klassischen Branche unterwegs? All das sollte sich in deiner Schrift widerspiegeln. Passt ein cleaner und schnörkelloser Stil oder eher eine Schrift mit Serifen (das sind die kleinen Ausläufer an den Buchstabenenden wie z.B. bei Times New Roman).

Für Fließtexte solltest du jedenfalls eine schlichte Schrift nutzen. Keine Handschrift oder schwer lesbare Variante. Egal ob online oder für den Druck.

Mehr als zwei Schriftarten benötigst du nicht. Drei sollte das absolute Maximum sein. Welche Schriften gut zusammen passen, kannst du z.B. hier herausfinden: Fontpair

Am Beispiel von MAMA BUSINESS oder meiner Marketingagentur Q13 siehst du ganz gut, dass eine moderne und dynamische Schrift Gefühle bei dir auslösen wird. Du wirst aufgrund meines Auftritts gewisse Erwartungen an meine Leistung haben. Du wirst dir bestimmte Projekte unter meiner Feder vorstellen können. Andere eher nicht.

Ich denke, du verstehst, was ich meine.

Branding ist ein wirklich tolles Thema und Emotionen sind der wichtigste Faktor um deine Kunden zu überzeugen. Unterschätze deren Macht deshalb bitte nicht.

Step 4: Die Farben

Die Farben spielen natürlich schon beim Logo eine wichtige Rolle. Schon an dieser Stelle wirst du dir Gedanken machen, welche Farben zu deinem Unternehmen passen. Bunt und knallig oder eher konservativ und klassisch?

Schau gerne nach links und rechts. Was machen die Wettbewerber? Kein Grund, ähnliche Farben zu wählen. Vielleicht sogar eher im Gegenteil.

Aber das ist am Ende auch eine sehr branchenspezifische und persönliche Entscheidung. Stehst du für Mut und möchtest dich abheben? Oder sprichst du eher ein sicherheitsliebendes Publikum an, das niemals jemanden aus der Medizinbranche engagieren würde, der nicht mit den Farben, weiß, blau oder grün arbeitet?

All diese Einzelteile ergeben einen Gesamtlook. Dein persönliches Branding.

Und mit diesem Branding sprichst du deine Zielgruppe an. Du schaffst dir eine Community. Es ist also deine wichtigste Basis für alles, was kommt…

Dein Brand-Board (Style Book)

Das Endergebnis dieser vier Steps ist bei Q13 immer ein Brand Board. Also eine Zusammenfassung all dieser Entscheidungen auf einem Blatt. Kurz und knapp. So wie hier:

mama business mini brand board

Dieses Brand-Board ist so etwas wie deine kleine Marken-Bibel. Hänge es dir an die Wand. Es wird zu deinem Spickzettel werden. Das Gleiche gilt für all deine Partner und Agenturen, die ebenfalls mit deinen Looks arbeiten müssen (z.B. weil sie Werbung für dich erstellen oder deine Website bearbeiten). Es wird dir später das Leben so sehr erleichtern, weil dein Logo nicht einmal in XXL rechts außen und beim nächsten Mal ganz klein unten in der linken Ecke sitzen wird. Dieses Board wird nach um nach zum Style Guide wachsen. Du wirst darin die besten Werbeauftritte als Vorlagen festhalten. So kannst du diese immer wieder abrufen und musst nicht bei jeder Aktion von neuem überlegen, wo du welche Infos am besten platzieren könntest.

Wenn du Fragen zum Thema Branding hast, schreib´mir gerne an nadine@mama-business.de oder hinterlasse einen Kommentar. Deine Frage ist auch für andere Mamas interessant.

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