Aus dem ganz normalen Alltag einer Business Mama #2

MAMA BUSINESS - Alltag einer Business Mama #2

Die Zeit läuft…

Es ist 15:00 Uhr langsam denke ich darüber nach, dass es bald Zeit ist, mein Kind gegen 15:30 Uhr vom Kindergarten abzuholen. Dann klingelt das Telefon:

Kunde berichtet von einem Problem mit dem Webdesigner einer bestehenden Webseite. Fragt um rechtlichen Rat.

Parallel ruft Steuerberater an, der mir in Sachen Hauskauf Feedback zum Thema Bodenrichtwert geben möchte.

Eigentlich bin ich doch nur dabei, meine Präsentation für meinen morgen stattfinden 1. Workshop zu erstellen.

Boah, ey!

15:45 Uhr. Ich schaue auf die Uhr und denke „Mist, langsam solltest du losfahren“.

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Bis ich vor dem Kindergarten stehe ist es 16.40.

Zum Glück passiert so etwas selten. Vielleicht 5x in den vergangenen 2,5 Jahren. Trotzdem ärgert und nervt es mich gleichzeitig.

Aber warum?

Wo ist nun also das Problem?

 

Oder eher – WER ist das Problem?

Mein Sohn geht gerne in den Kindergarten (das erste halbe Jahr, bei dem wir heulend verabschiedet wurden, erwähne ich besser nicht). Oft lässt er mich beim Abholen wissen, dass ich doch viel zu früh dran sei und er noch nicht fertig gespielt hätte. Warum also der ganze Stress?

Weil es von mir erwartet wird!

Gehe ich nach dem Kindergarten zur (Ur)Oma wird selbstverständlich erst einmal nachgehakt, ob man „jetzt erst“ vom Kindergarten komme.

Lautet die Antwort JA wird aber ehrlicherweise genauso mit einem Kopfnicken geantwortet wie bei einem NEIN („wir waren noch einkaufen“).

Warum stresst mich dann alleine diese Frage?

Weil klar ist, dass sie als Vorwurf gemeint war. Das Wörtchen „erst“ spricht schließlich Bände. Oder nicht?

Im Kindergarten ein ähnliches Bild.

Wir wohnen in einer Kleinstadt. Der Kindergarten hat von 07:30-17.30 geöffnet aber nach 17.00 Uhr trifft man dort selten mehr als 1-2 (scheinbar vergessene) Kinder. Also spüre ich am Blick der Kindergärtnerinnen, dass sie sich doch sehr auf ihren Feierabend freuen, der ihnen aber leider aufgrund der letzten paar Kinder noch verwehrt bleibt.

Bin ich nun das Problem oder was ist los?

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Die Situation kenne ich 1:1 aus dem Büroalltag von früher. Nur eben anders herum.

Wenn dort jemand um 17.00 den Stift fallen ließ, folgte jedesmal die (unfassbar dumme) Frage, ob für diesen frühen Feierabend auch schön brav ein halber Tag Urlaub eingereicht wurde. Bei diesem Satz habe ich unter meinem Schreibtisch den Mittelfinger ausgepackt. Ich habe früher gerne mehr gearbeitet als in meinem Vertrag stand. Und wenn ich ab und zu dann mal pünktlich weg möchte (oder muss), sollte das mit einem „schönen Feierabend“ statt solch dämlichen Sprüchen kommentiert werden.

Auf was ich aber bei dem Vergleich hinauswollte:

Kein Mensch fragt danach, wann du morgens angefangen hast. In Deutschland zählt nur der Feierabend. Nicht der Start.

Im Kindergarten genau dasselbe. Keine Mutter wird dich fragen, wann du dein Kind abgibst, sondern nur wie lange er oder sie täglich dort ist.

WAS SOLL DAS?

Diese komische (hoffentlich nur in Deutschland verbreitete) Unart nervt mich unglaublich.

Ich kann mein Kind an 200 Tagen von 09.00-15.30 Uhr abgeben und an fünf Tagen erst nach 17.00 Uhr wieder einsammeln. Diese fünf Tage werden so sehr ins Gewicht fallen, dass alles andere uninteressant ist. Auch wenn ich ihn (zum Ausgleich) an 15 Tagen früher abgeholt habe als sonst.

Wie im Job eben auch.

Dass ich um 07:30 oft schon am Schreibtisch saß, hat keine Sau interessiert. Dass ich ab und zu nach acht Stunden aber gehen wollte, fällt scheinbar jedem auf.

Ich freue mich von Herzen, dass hier langsam ein Umdenken stattfindet. Zumindest in der Berufswelt. Dann kann es in der Welt der Kleinen ja auch nicht mehr allzu lange dauern.

Denn ich möchte meinem Kind diese Haltung nicht mit auf den Weg geben. Jeder hat einen anderen Rhythmus und eine andere Lebenssituation. Und das ist auch gut so. Gleichmacherei langweilt mich.

Aber manchmal stimmt man aus Gewohnheit den „Bösen“ zu. Nickt mit oder rollt bestätigend mit den Augen.

Liebe Mama, lass das bitte sein und gönne jedem seinen eigenen Alltag!

Warum wir Deutschen (denn irgendwie glaube ich, dass dieses Phänomen verstärkt bei uns auftritt) dem anderen so schwer etwas gönnen können und negative Kommentare uns viel häufiger über die Lippen kommen als Lob & Komplimente verstehe ich einfach nicht.

Ich für mich möchte das gerne ändern. Denn eine positive Haltung macht mich zufriedener als die angespannte Zornesfalte auf meiner Stirn.

Wir leben in einer extremen Wohlstandsgesellschaft. Die Kinder haben so viel mehr als das noch bei uns der Fall war und schon meiner Generation ging es wirklich gut. Warum können wir uns nicht einfach tagtäglich ins Gesicht lachen. Uns freuen, dass es nahezu jeder (trotz viel zu teuren Preisen) gelingt, ein eigenes Haus zu kaufen, trotzdem noch in Urlaub gehen zu können und nicht jeden Cent zweimal umdrehen zu müssen.

Mich machen diese unglücklichen Gesichter, denen ich tagtäglich begegne extrem traurig. Was soll das Leute? Freut euch doch darüber, wie gut wir es haben. Kein Hunger, kein Krieg, eine ziemlich sichere Umgebung für unsere Kids. WO ZUM GEIER IST DAS PROBLEM?

Nirgendwo.

Also- shut up and enjoy YOUR life!

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