Altersarmut bei Muettern mit Finanzheldinnen Commerzbank
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SCHEISS AUF BLUMEN – WIR WOLLEN EINE RENTE!

Passend zum Valentinstag gibt es heute deshalb ein Interview mit Katharina von den Finanzheldinnen.

Die Finanzheldinnen sind eine Initiative der Commerzbank und gemeinsam möchten wir dir  das Thema Finanzen endlich schmackhaft machen!

Also hört/schaut rein und traut euch endlich an die Kohle Mamas!

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NADINE:
Katharina, du hast ein ganz, ganz spannendes Thema mitgebracht. Eines, das mir persönlich extrem am Herzen liegt.

Vielleicht liegt es daran, dass meine Mama 45 Jahre bei der Sparkasse gearbeitet hat. Ich weiß es nicht. Aber das Thema Geld ist für mich ein wahnsinnig Spannendes und ich sehe um mich herum viele, viele Mamas, die gründen und sich leider kaum mit ihren Finanzen befassen. Also zu Hause auch mal Kassensturz zu machen, mal zu schauen, was überhaupt da ist und wo ich hin möchte bzw. was ich für meine Ziele an finanziellen Mitteln benötige. 


Was mir einfach so wichtig ist und warum ich dich gefragt habe, ob wir hierzu einen Podcast aufnehmen können, ist also schlicht und einfach Aufklärungsarbeit.
Was können wir denn tun, damit wir eben nicht in die Alters-Armutsfalle tappen-gerade als Mama. Wir setzen realistischerweise öfter beruflich aus, gehen in  Teilzeit und kommen oft erst wieder in Vollzeit zurück, wenn die Kids groß sind.
Was ist also zu tun?!

Keine Lust zu lesen? Schau‘ dir das Video an

Wie kam es zu dieser Initiative?

  1. Fakt Nummer 1: Unser Hauptziel ist es, dass wir gerade Frauen für das Thema Finanzen begeistern, weil ich finde, dass diese Begeisterung in einem ersten Schritt erst mal ganz, ganz wichtig ist.
  2. Fakt Nummer 2: Wir sind eine Community auf Instagram mit bereits über 120.000 Followern aus Instagram. Ich finde diese Zahl unglaublich beeindruckend, weil hinter jeder Zahl steckt ein Mensch, der sagte „Ich möchte was mit meinen Finanzen machen oder ich möchte das Thema eimnfach angehen“.
  3. Fakt Nummer 3: Alle Formate, die wir so tun, sei es Instagram, Website, Podcast, das machen wir von Herzen. Wir sind nur drei Kolleginnen, die das in Vollzeit machen. Und wir machen alles selbst, von der Idee bis zum sichtbaren Content Piece. 

Was ist das Ziel der Finanzheldinnen?

Wir haben die Finanzheldinnen im Januar 2018 ins Leben gerufen. Ich arbeite hier im Commerzbank Konzern, bin Kommunikatorin, grundsätzlich also auch keine Finanzexperten und habe mich mehr und mehr mit meinen eigenen finanziellen Möglichkeiten auseinandergesetzt.

Jetzt bin ich schon immer eine wahnsinnig gute Sparerin gewesen, habe mich sehr früh selbst finanziert.
Aber investiert habe ich halt nicht. Und das habe ich dann einfach mal ausprobiert. Schließlich hatte ich Menschen um mich, die ich fragen konnte. Und unter Kolleginnen haben wir uns dann ausgetauscht und festgestellt, dass es eben gar kein Hexenwerk ist.

Und vor allen Dingen habe ich  immer mehr Studien gesehen, warum es geradet für uns Frauen so wichtig ist, dass wir uns mit dem Thema beschäftigen,  um uns ein langfristig finanzielles Polster zu schaffen.

Mir und den Kolleginnen hat es also Spaß gemacht und wir dachten uns, dass sich diese Begeisterung doch irgendwie in die Bevölkerung transportieren lassen muss.

Also haben wir ein Online-Magazin ins Leben gerufen. Machten ab und an Events und haben viel positives Feedback erhalten.
Wir haben dadurch also gesehen: Es gibt sie, die Frauen, die das Thema Finanzen in die Hand nehmen wollen!

Die Community wächst und das Thema wird präsenter. 

Kurz erklärt: Depot, Fonds, Aktie, ETF

DEPOT

Katharina:
„Das Depot ist eigentlich mein digitales Schließfach. Das heißt, wenn ich Aktien & Co. kaufe, dann müssen diese ja irgendwo verwahrt werden. Früher hatte man wirklich noch ein physisches Papier erhalten. 
Jetzt passiert das alles digital. Das Depot ist somit mein digitales Schließfach für meine Wertpapiere.“

FONDS

Katharina:
„Einen Fonds stelle ich mir immer so ein bisschen so vor wie so ein Einkaufskorb. Dieer wird mit unterschiedlichsten Produkten befüllt.

Und dieses Befüllen und Entnehmen, das macht ein:e Investment-Manager:in oder ein Fondsmanager oder ein:e Fondsmanager:in.
Sprich, das Invest der Investmentfonds sammelt das Geld von Anlegern.
Das Kapital wird dann von dem Fonds-Management an den Finanzmärkten für die Anleger investiert.
Dadurch, dass es sozusagen ein Produkt ist, in dem viele einzelnen Anteile drinstecken, hat man auch eine höhere Risikostreuung.
Und genau das kann man damit abbilden.

Beim Fonds sollte im Kopf hängen bleibem: Es ist ein Produkt. Wenn ich einen Anteil davon bekomme, sind viele kleinere Produkte auch mit drin. Ein Mensch steht dahinter, der die Strategie für dieses Produkt umsetzt und sozusagen für mich das Management übernimmt.
Deshalb sollte man sich auch immer das Produktblatt zu einem Fond durchlesen. Was ist denn die Strategie der Fondsmanager?“

ETF

Katharina:
„ETF steht für Exchange Trader Fund, das bedeutet ein Fond basiert auf dem Börsen Index. 
ETFs orientieren sich also an einem Vergleichs Index. Der bekannteste Index in Deutschland ist der Deutsche Aktienindex (DAX), wo die 40 größten Werte (Unternehmen) drin sind. Wenn ich jetzt einen ETF auf den DAX kaufen würde, dann ist es ein Computer, der sagt „Ah, sie möchte einen ETF auf den DAX. Ich kaufe jetzt einen Anteil, z.B. automatisch 40 von diesen Werten.“
Und dort ist es dann so, dass in der Regel bei einem klassischen ETF immer ein Index 1:1  abgebildet wird. Und davon gibt es ganz, ganz viele. Das nennt man dann eben auch Passiv. Also ist ein passiver Investmentfonds, da kein Mensch aktiv etwas tut.“

AKTIE

Katharina:
„Man erwirbt hier Anteile an einem Unternehmen und wird dadurch Mit- Eigentümerin.
Wenn dann die Geschäfte gut laufen, dann profitiere ich natürlich davon, dass die Kurse steigen. Und ich kann auch von Dividendenzahlungen profitieren (Gewinnausschüttungen).
Natürlich kann es aber auch schlecht laufen. Dann gehen die Kurse eben entsprechend runter und ich verliere dadurch Geld.“

SPARPLAN

Katharina:
„Also ein Sparplan bedeutet, ich möchte automatisch jeden Monat eine bestimmte Summe oder auch quartalsweise eine bestimmte Summe in mein DEPOT „einzahlen“. Ich definiere also Produkte, von denen ich eine fixe Summe in einem fest definierten Zeitraum kaufe. Zum Bsp. spare ich auf einen ETF oder in einen Fond. 
Ich kann den Sparplan auch  pausieren, oder  wenn in einer Phase mal nicht ganz so viel Einkommen habe, aussetzen oder reduzieren.“

Mehr Begriffe findest du im Finanz-Wiki der Finanzheldinnen

Gibt es passende Mama-Produkte?

Also DAS eine Wertpapier speziell für Frauen, gibt es nicht. Und aus meiner Brille braucht es das auch nicht.
Warum machen wir jetzt finanziell eine gezielte Ansprache an Frauen? Weil wir dann mehr auf die Bedürfnisse von uns Frauen eingehen und wirklich auch das verankern wollen, dass gerade wir Frauen ein langfristiges finanzielles Polster brauchen.
Das klingt jetzt ein bisschen hart. Aber gerade für uns Frauen ist die Care-Arbeit der Einstieg in die Altersarmut.

Uns wird es zum Verhängnis, wenn wir uns um andere sorgen. Ist leider so. Und wir sorgen uns gerne um andere. Und dann erst um uns selbst.

Genau deshalb ist es auch für viele Mütter ganz, ganz wichtig zu verstehen, erst die eigenen Finanzen zu regeln und dann für die Kinder  vorzusorgen. 

Was man so als Faustformel mitnehmen kann, sind zwei Dinge:

  1. Langfrsitigkeit! An der Börse bedeutet das mindestens 10 Jahre. 
  2. Breite Streuung: Je breiter gestreut ist (je mehr Produkte in meinem Depot sind), desto mehr minimiere ich das Risiko. Wenn es einer Branche oder einem Unternehmen zwischenzeitig schlecht geht, kann ich das ausgleichen
  3. Sparpläne einsetzen. Hier kauft man monatlich eine fest definierte Summe eines Produkts. 
    Wenn die Kurse hoch sind, kaufe ich automatisch weniger Anteile, weil ich eine fixe Summe festgelegt habe. Ist der Kurs aber unten, bekomme ich mehr Anteile und kann mich freuen. Und über 10 Jahre fahren wir damit ziemlich gut

Brauche ich eine Berater:in oder einen Berater?

Manche Menschen fühlen sich damit wohl, dass sie sich komplett durch so einen Prozess begleiten lassen. Gerade wir Frauen ( und jetzt würde ich eine große Schublade aufmachen😉) fühlen uns wohler, wenn wir uns erst mal Wissen aneignen.
Ich finde es großartig, wenn man es alleine macht. Ich finde es aber auch total gerechtfertigt, wenn man sagt, ich gehe lieber in eine Beratung bei meiner Bank oder nutze eine unabhängige Honorarberatung.

 

TIPP:  Es gibt viele Verbraucherschutzzentren, die ganz tolle Angebote liefern. Nicht nur die Schuldnerberatung, die man eben kostenlos in Anspruch nehmen kann

Mit welchen Gebühren sollte ich rechnen?

Es sind so um die 5 % im Jahr für Fonds. Es kommt aber am Ende auf das Produkt drauf an. Bei einem ETF sind es nur um die 1,5 %. Und es gibt auch viele Online Broker, die immer wieder kostenlose ETFs Sparpläne anbieten.

ETFs sind in der Regel deutlich günstiger als ein Fonds. Der Grund: Beim Fonds „sitzt“eben ein Mensch dahinter, der dieses Fonds-Management übernimmt – und das bazehlen wir mit. Und das muss auch erst mal an Rendite wieder erwirtschaftet werden.

Dementsprechend sind ETF aktuell beliebter, denn ich zahle nur die Computer Leistungen und keinen echten Menschen. 

Kannst du uns ein Rechenbeispiel zeigen?

Du denkst, 50 Euro im Monat zu sparen und anzulegen lohnt sich nicht?

Dann sieh genau hin, was ein langer Anlagezeitraum bewirken kann! 

Der Unterschied zwischen dem Sparen im Sparschwein oder auf dem Konto und dem Investieren an der Börse ist nach zehn Jahren noch nicht erheblich, aber nach 25 Jahren siehst du: Dein investiertes Kapital hat sich beinahe verdoppelt und nach 40 Jahren sogar mehr als verdreifacht! 

Dabei solltest du im Hinterkopf behalten, dass die Inflation und der damit verbundene Kaufkraftverlust nicht berücksichtigt wurde. Demnach ist es umso wichtiger, dass deine Anlage dies versucht auszugleichen und mehr Rendite erwirtschaftet als durch die Inflation verloren geht. 😎 Wer bspw. 20 Jahre lang mit einem ETF in den MSCI World investiert hat, hatte zwischen den Jahren 2000 und 2020 eine jährliche Rendite von 5 Prozent im schlechtesten und 14 Prozent im besten Fall (Quelle: WeltSparen).

In unserer Beispielrechnung haben wir uns also am Minimum orientiert. 

Nachdem du durch ein Haushaltsbuch oder einen Kassensturz nun bereits weißt, wie viel du monatlich beiseitelegen kannst, ist das nächste To Do Folgendes:

  • Spiele verschiedene Szenarien durch.
  • Variiere mit der Sparrate, dem Anlagezeitraum und deinem Wunsch-Endkapital, das du dir für deine Lebensplanung und deine individuellen Ziele vorstellst. 
finanzheldinnen rechenbeispiel

Dieses Rechenbeispiel beruht auf der Annahme einer monatlichen Investition von 50€ über 10, 25 und 40 Jahre bei einer Rendite von 5%. 

Die Inflation wurde nicht berücksichtigt.

Was haltet ihr von Kryptowährung?

Du kannst dir diese Währung in digitaler Form in deine Depot legen. Du kannst ihn bei der Bank verwahren. Alles möglich. 

Speaker2: Was heute noch als Krise, aber irgendwie ja schon schwierige Zeiten und gerade eben in unruhigen Zeiten. Da werden Edelmetalle schon stärker nachgefragt, gerade natürlich Gold Währungen, weil sie eben ins Depot auch Ruhe reinbringen kann. Egal wie ich sie dann irgendwie habe, weil wenn es gibt einem das eine Faustformel, wenn Aktien und Co runtergehen oder auch wirklich eine wilde Zeit an der Börse ist, dann steigt in der Regel der Goldpreis. Jetzt ist es in der letzten Zeit nicht so passiert, wie es dann irgendwie zu erwarten war, aber es ist immer noch ein Seher. Es behält den Wert und eine gute Beimischung und kann auch so ein bisschen als Inflation dann irgendwie gelten. Das heißt also mit mit wer sich jetzt Gold in seinem Depot liegt, das ist jetzt nicht um die große Gewinnmaximierung zu betreiben, aber auf jeden Fall als Beimischung und Werterhaltung kann das ein guter. Also könnte es ein Baustein sein. Und wenn du sagst, der Kurs macht mir irgendwie Spaß, warum dann nicht?

Was haltet ihr von Kryptowährung?

Das Thema Krypto wird bei uns Finanzheldinnen auch immer wieder nachgefragt, weil aktuell viel Halbwissen herrscht.

Häufig durch den eigenen Freundes-/Bekanntenkreis getrieben.

Aktuell entsteht also der Eindruck, du MUSST partizipieren und damit sicherst du dir deine Altersvorsorge.

Da sage ich persönlich, es ist auf gar keinen Fall die Lösung für deine Altersvorsorge. Krypto ist ein hoch volatiles Produkt. Das heißt Kurse gehen rauf und runter.
Wie sich das langfristig entwickelt, weiß man noch nicht.
Ich finde, es darf Teil  meines Anlage-Universums  sein, ist aber aktuell eher noch Spielgeld und ich sollte mich nicht auf Gewinne verlassen. 

Wenn ich ein großes finanzielles Polster habe, kann ich da natürlich auch mehr probieren und mehr Risiko eingehen.“

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